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„Wirbel am Draxlhof“ strapaziert die Lachmuskeln

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Premiere des Bodenmaiser Bauerntheaters ein voller Erfolg

 

Schon die erste Aufführung des Bodenmaiser Bauerntheaters war mit 300 Einheimischen und Feriengästen gut besucht, und konnte nahtlos an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.

Obwohl Spielleiterin Karola Trum in dieser Theatersaison nicht selbst aktiv auf der Bühne steht, da sie in Kürze Nachwuchs erwartet, ist es ihr wieder gelungen, die Charaktere der Rollen genau passend auf die Akteure zu verteilen. Die Zuschauer lohnten die gelungene Aufführung nicht nur mit viel Beifall zum Ende jedes der drei Akte, sondern auch mit viel Zwischenapplaus, nach besonders lustigen oder originellen Passagen.

Auch wurde das Stück in keiner Sekunde langweilig, es hielt von Anfang bis zum Ende den Spannungsbogen aufrecht, denn es gibt es in diesem Theaterstück fast keine Nebenrollen, nur quasi lauter Hauptrollen, denn alle Schauspieler waren gleichermaßen gefordert und fanden sich einfach lebensecht darin wieder.

Was im „Wirbel am Draxlhof“ an Mimik, Gestik und „Ha“-Antworten geboten wurde, war fast nicht zu überbieten. Die Augenaufschläge von Steffi Pokorny, dem Regerl, das einmal die brave Bauerntochter darstellt, sich aber dem heimlich geliebten Jakl als fesche Urlauberin nähert, gefielen wieder besonders.

Dem schlitzohrigen Knecht Loisl, mit Leben erfüllt von Gerhard Wenzl, war seine Rolle dermaßen auf den Leib geschneidert, dass man nach der Vorstellung Mühe hatte, ihn nicht mit Loisl anzusprechen. Einmal gab er den schwerhörigen, dummen Knecht, der nur „haa“ sagen konnte, dann wieder den ganz schlauen, hellhörigen, der immer schon vorher ahnte, was als nächstes passieren würde.

Veronika Leutner fand großen Anklang in der Rolle der Bäuerin Sofie Brummer, die ihren Sohn Jakl am liebsten noch nicht hergeben, sondern noch viele Jahre bemuttern würde, musste zum glücklichen Schluss doch einsehen, dass er alt genug war, um die Bauerntochter Regerl als Braut heimzuführen.

Fast alle Rollen waren auch mit viel Text darzustellen und eben mit viel Mimik, was aber jeder der Akteure mit Bravour meisterte. Auch brillant wieder Christian Artinger, als Oberpostrat Johann Bräuml, der von seiner Frau Rosalia, lebensecht verkörpert von Manuela Stangl, davon abgehalten wird, endlich in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Auch diese beiden Darsteller überzeugten wieder und ihre Gestik und ihr Anlächeln sprach Bände.

Das erste Mal dabei und ins Team einfinden musste sich Florian Herzinger, alias Postrat Simon Jöckl, der von seiner Frau Linda, gespielt von Silke Treml, angehalten wird, endlich die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich während des Urlaubs des Oberpostrates zu profilieren und selbst befördert zu werden. Silke Treml überzeugte das Publikum einerseits als liebende Ehefrau, anderseits als fesche Urlauberin, die nicht nur dem Hofsohn Jakl, sondern auch Knecht Loisl und Oberpostrat Jöckl den Kopf verdrehen könnte, wenn sie wollte.

Und dann noch der 17jährige André Soboczenski, der als junger Bauer erste Liebeserfahrungen sammeln muss, zum ersten Mal gegen die Mutter aufmuckt, seinen Mann gegenüber Knecht und Oberpostrat stehen muss, zum guten Ende aber sich dann doch für die Regerl entscheidet und mit ihr glücklich wird. Er stellt seine Eignung bereits in der zweiten Theatersaison unter Beweis.

Der „Wirbel am Draxlhof“ spielt wieder auf einem Bauernhof aus etwas früheren Zeiten und entsprechend waren die Akteure auch gekleidet und geschminkt, dafür hatten die Maskenbildnerinnen Claudia Achatz und Marianne Ronsberger gesorgt. Bei der Premiere hatte Doris Vogl als Souffleuse fungiert, sie wechselt sich in den nächsten Vorstellungen mit Annemarie Wenzl ab. Die Technik lag wie stets in den bewährten Händen von Martin Wolf.

Die Pausen fühlten die „Hofmarksmusikanten“ mit schmissiger, bayerischer Musik und erhielten ebenfalls viel Beifall dafür. Es gab außer der eigentlichen Premiere des Bauerntheaters und des ersten Auftritts von Florian Herzinger als Postrat noch eine weitere Premiere an dem Abend. Die Freunde des „Postrats“ hatten gewettet, wenn er diese Rolle übernimmt, dann werden sie „platteln“, was dann Richard Freilinger, Uli Rechenmacher, Fritz Bielmeier und Thomas Pokorny auch sehr gekonnt in der Pause taten und damit ihre verlorene Wette, sehr zur Erheiterung der Zuschauer, einlösten.

Die Begrüßung der Ehrengäste, Pfarrer Josef Schmaderer und Bürgermeister Michael Adam mit Begleitung, hatte zuvor Joli Haller in gewohnt lockerer und freundlicher Manier übernommen. Er hieß die vielen Besucher zur 35. Theatersaison des Bodenmaiser Bauerntheaters willkommen und wies darauf hin, nicht mit dem Applaus als Lohn für die Laiendarsteller zu sparen, da sämtliche Eintrittsgelder wie jedes Jahr für soziale und caritative Zwecke gespendet werden.

Die nächsten Aufführungen des Bodenmaiser Bauerntheaters gibt es am 07. und am 19. September, Karten sind erhältlich bei Geschenke/Lederwaren Raffalt, direkt neben dem Pfarrzentrum an der Bahnhofstraße.

 

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