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Markt Bodenmais

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30.07.2010 - Bürger - Aktuelles - News

Informationen zu Tempo 30-Regelung und Baumtrögen im Bodenmaiser Ortsgebiet

Liebe Bodenmaiserinnen und Bodenmaiser,

sicherlich haben Sie heute der Lokalpresse die Beschlüsse des Bodenmaiser Marktgemeinderats zu den Themen „Tempo 30-Regelung in Bodenmais“ und „Weiteres Vorgehen hinsichtlich der Baumtröge in der Bahnhofstraße“ entnommen. Da diese Themen einschließlich aller Hintergründe und Zusammenhänge in den Lokalzeitungen aus Platzgründen natürlich nicht vollumfänglich dargestellt werden können, möchte ich Ihnen hierzu nochmals einige Informationen zukommen lassen:

Tempo 30-Regelung in Bodenmais:

Im Frühsommer dieses Jahres hat der Bodenmaiser Marktgemeinderat beschlossen, einen Testversuch für die Begrenzung der Geschwindigkeit in der oberen Bahnhofstraße (zwischen Rathaus und Joska-Werk II) auf Tempo 30 zu unternehmen. Grund hierfür waren die zahlreichen Beschwerden von Gästen und Einheimischen über Raserei und Verkehrslärm, die bereits seit vielen Jahren in der Bodenmaiser Verwaltung eingehen. Diese Beschwerden wurden bislang weitestgehend ignoriert. Entsprechende Schreiben wurden jahrelang freundlich mit dem Versprechen auf baldige Verbesserungen beantwortet und anschließend vernichtet. Geändert hat sich jedoch jahrelang nichts. Ich möchte es Ihnen selbst überlassen, zu beurteilen, wie sich ein Gast fühlt, dem jahrelang eine Verbesserung der Situation versprochen wird, die in Wahrheit aber niemals ernsthaft in Angriff genommen wurde. Ich bin der Meinung, wir können als Ferienort die Wünsche unserer Gäste nicht dauerhaft derart grob missachten. Wenn Bodenmais touristisch in der ersten Liga mitspielen will, müssen wir auch endlich unsere Hausaufgaben machen!

Als Auflage zur Einrichtung einer Tempo 30-Zone im Bereich obere Bahnhofstraße wurde dem Markt Bodenmais im Frühjahr 2009 seitens der Verkehrsaufsichtsbehörde beim Landratsamt Regen im Rahmen einer Verkehrsschau aufgetragen, durch entsprechende Abmarkierungen mit weißen Fahrbahnbegrenzungslinien und Hindernissen (Baumtrögen) eine optische Begrenzung im Sinne einer Straßenverengung zu schaffen. Das Argument der Verkehrsaufsichtsbehörde war, dass Tempo 30 nur dort angeordnet werden kann, wo Autofahrer auch erkennen können, dass diese Begrenzung aufgrund der Straßenbegebenheiten auch erforderlich ist. Anders gesagt: Wäre die obere Bahnhofstraße nicht abmarkiert worden, hätte ein unbedarfter Autofahrer nach Meinung des Landratsamts die Notwendigkeit einer langsameren Fahrweise aus eigener Einsicht nicht erkennen können.

In der letzten Marktgemeinderatssitzung habe ich das Thema nochmals auf die Tagesordnung gesetzt, weil der ursprüngliche Marktgemeinderatsbeschluss den Testversuch bis Ende des Jahres begrenzt hatte. In dieser Sitzung war der Marktgemeinderat dann mehrheitlich der Meinung, dass sich die Tempo 30-Regelung in der Bahnhofstraße bewährt hat und auch künftig aufrecht erhalten bleiben soll. Als bedeutendster Ferienort des Bayerischen Waldes muss sich Bodenmais endlich an der touristischen Konkurrenz orientieren, die neben Fußgängerzonen mehrheitlich auch bereits Verkehrsberuhigungen durchgesetzt hat. Dies bestätigen uns Gästefeedbacks, Schreiben von Gästen und Gesprächen mit Kollegen in entsprechenden Ferienorten immer wieder. Generell kann ich aus vielen Gesprächen mit Gästen - nicht nur im Rahmen des wöchentlichen Gästeempfangs - sagen, dass die Tempobegrenzung in der Bahnhofstraße sehr gut ankommt. Oftmals höre ich im Hinblick auf die Bahnhofstraße Sätze wie: „Wir kommen schon viele Jahre nach Bodenmais und immer wieder haben wir die Verkehrssituation moniert. Nun passiert endlich einmal was.“ Viele Gäste fordern auch eine Erweiterung der Tempo 30-Regelung auf den gesamten Ort. Zudem wurden der Verwaltung 190 Unterschriften übergeben, die genau diese Forderung stützen. Als Anwohner der Bahnhofstraße erlebe ich mittlerweile auch täglich selbst, wie die Anlieger der örtlichen Hauptverkehrsstraßen unter Raserei und Lärm zu leiden haben.

Letztlich hat sich der Marktgemeinderat in seiner letzten Sitzung aufgrund der vorab dargelegten Sachlage mehrheitlich dazu entschlossen, die Tempo 30-Regelung in der oberen Bahnhofstraße auch zukünftig zu belassen und auf folgende Straßen auszuweiten: Regener Straße, Dreifaltigkeitsplatz, untere Bahnhofstraße, Kötztinger Straße und Teisnacher Straße. Damit herrscht im ganzen Bodenmaiser Ortsgebiet ab dem nächsten Jahr Tempo 30. In allen anderen Straßen gelten entsprechende Tempobegrenzungen ja bereits seit Jahren. Die entsprechenden Straßen werden im nächsten Jahr ebenfalls mit entsprechenden Fahrbahnbegrenzungslinien abmarkiert. In Gesprächen mit dem Landratsamt Regen konnten wir erreichen, dass in diesen Bereichen keine Baumtröge mehr zwingend aufgestellt werden müssen. Eine Aufstellung von Baumtrögen in allen genannten Straßen wäre auch finanziell nicht leistbar gewesen. Berechnungen der Verwaltung haben die Kosten für die Anschaffung und Bepflanzung der weiteren Baumtröge nämlich auf rund 40.000 Euro beziffert.

Wichtig war dem Marktgemeinderat in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass Temporegelungen niemals in Stein gemeißelt sind. D.h. Marktgemeinderat und Verwaltung werden gründlich beobachten, wie sich die neuen Temporegelungen auswirken. Im Laufe des nächsten Jahres wird das Thema dann erneut den Marktgemeinderat beschäftigen. Sollte die neue Regelung nicht oder in Teilen nicht die erhoffte Wirkung haben, können und werden hier also jederzeit Nachbesserungen erfolgen.

Weiteres Vorgehen hinsichtlich der Baumtröge in der Bahnhofstraße:

Wie bereits zuvor ausgeführt, war die Aufstellung von Baumtrögen in der oberen Bahnhofstraße eine ursprüngliche Forderung des Landratsamtes Regen. Obwohl diese Forderung mittlerweile nicht mehr aufrecht erhalten wird, war der Marktgemeinderat mehrheitlich der Meinung, dass sich die Baumtröge in der oberen Bahnhofstraße bewährt haben. Auch dies bestätigt uns entsprechendes Feedback von Gästen und Einheimischen. Klar ist und bleibt allerdings auch, dass es sich bei den Trögen lediglich um ein Provisorium handelt, bis in den nächsten Jahren ein Umbau der Bahnhofstraße mit entsprechender Bepflanzung erfolgen kann.

Nachdem der Marktgemeinderat also die Baumtröge auch im kommenden Sommer in der Bahnhofstraße belassen will, stellte sich in der letzten Marktgemeinderatssitzung die Frage nach dem Verbleib der Tröge im Winter. Hier gingen im Gremium die Meinungen auseinander. Während sich drei Marktgemeinderäte nicht vorstellen konnten, dass der Verbleib der Tröge im Winter mit dem Winterdienst zu vereinbaren sei, sahen dies die Mehrheit der Räte und die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs anders. Diese verwiesen darauf, dass es ohnehin wünschenswert sei, wenn in der Bahnhofstraße entsprechende Freiflächen (zwischen den Baumtrögen) vorhanden seien, auf denen der Schnee gelagert werden könne, bis die Schneefräse zum Einsatz kommt und den Schnee abtransportiert.

Letztlich hat sich der Marktgemeinderat zu einem Testversuch entschieden. Sollten die Baumtröge nämlich im Winter stehen bleiben können, würde sich der Markt Bodenmais viel Geld für den Transport (Anlieferung der Tröge um Frühjahr und Abtransport im Spätherbst) sparen. Letztlich habe ich deutlich gemacht, dass man es aus Gründen der Kostenersparnis auf einen Versuch ankommen lassen sollte. Klar ist für mich und die Mehrheit des Marktgemeinderats aber auch, dass die Baumtröge umgehend entfernt werden müssen, falls es zu Problemen mit dem Winterdienst kommt.

Für Rückfragen und Anregungen stehe ich Ihnen unter michael.adam@bodenmais.de bzw. (09924) 778-112 jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Michael Adam
1. Bürgermeister

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