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23.05.2012 - Press - General

Press-Report from Bodenmais

15.12.2008 Barbaratag 2008

Fest verankert in der gelebten Tradition und auf herkömmliche Weise hatte der Knappschaftsverein Bodenmais den Barbaratag 2008 begangen. Jedoch bekamen die Festlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute eine besondere Aufwertung: Die Festmesse zur Heiligen Barbara, komponiert von Hermann Angstenberg und bearbeitet von Prof. Dr. Rudolf Weikl, erlebte ihre Uraufführung beim Gottesdienst in der Pfarrkirche. Es war eine instrumentale und gesangliche Glanzleistung des Bodenmaiser Kirchenchores, gemeinsam mit dem Blechbläserquartett der Knappschaftskapelle unter Johann Kuchl, welche das komplette Gesamtwerk in unzähligen Probestunden einstudiert hatte. Die Gesamtleitung hatte Vit Aschenbrenner, an der Orgel war Dr. Karl Zechel. Zwei Kerzen brannten am Adventskranz in der vollbesetzten Pfarrkirche und die rote liturgische Kleidung der Geistlichkeit ließen auf die Hl. Barbara als Märtyrerin schließen, "mit der sich außer den Bergleuten, weitere Berufsgruppen verbunden fühlen und die ein Vorbild tiefen Glaubens und großer Liebe zu Gott darstelt", bemerkte Pfarrer Josef Schmaderer, der gemeinsam mit Pfarrer Josef Rainer aus Hebertsfelden und Diakon Josef Schlecht den Festgottesdienst zelebrierte. Im Altarraum war auch die geschmückte Figur der Märtyrerin platziert.

In seiner Predigt spannte der Ortgeistliche eine weiten Bogen von Jesus, dem Herrn und Gott, über die Gottesmutter Maria und die Hl. Barbara zum Hl. Johannes den Täufer, "der im Mittelpunkt der Adventszeit und an der Wende vom Alten zum Neuen Testament steht". Als Verkünder der adventlichen Botschaft hatte er zur Wegbereitung des Herrn aufgerufen, "zum größten Ereignis der Menschheitsgeschichte". Die Hl. Barbara blieb trotz Androhung von Gewalt ihrem Glauben stets treu und habe sich der Botschaft "Bereitet dem Herrn den Weg" angeschlossen, die häufig im Weihnachtsgeschäft untergehe. Auch Maria hatte zu Gottes Plan ihr Ja gesagt und der Welt den Erlöser geboren. Unmöglich sei daher ein Alleingang des Menschen: "Er muss seine ganze Hoffnung auf Gott setzen, der Freiheit, Freude und Frieden schenkt", forderte Pfarrer Schmaderer. Daher auch der Ruf des Johannes zur Bekehrung und Erneuerung, um Gott aufnehmen zu können. Diese Botschaft, so der Prediger, ist aktueller denn je in einer Zeit, die vom "seelenlosen Materialismus und Konsumbestreben" geprägt ist. "Heute bleiben oft Wohnungen und Türen verschlossen und damit die Ankunft des Erlösers verwehrt", bedauerte Pfarrer Schmaderer. Damit der Hl. Johannes als Begleiter durch den Advent sichtbar wird, befindet sich neben dem Ambo eine aufgestellte Figur des Täufers.

Die lateinische Festmesse wurde mit deutschen Volksgesängen bereichert, darunter "Du Gottesbraut Sankt Barbara, steh uns im Glauben bei". Vor der Eucharistiefeier zogen die Ehrengäste und Vereinsmitglieder, musikalische angeführt von der Knappschaftskapelle, vom ehemaligen "Bergamt" neben dem Hotel Hofbräuhaus in die nahe Pfarrkirche ein. Mitglieder der Knappschaftskapelle versahen den Altardienst, Musiker Hans Seidl trug die Lesung vor und Karl Kollmaier, Vorsitzender des Knappschaftsvereins, sprach die Fürbitten. Die Kommunionmeditation hatte Sieglinde Stern übernommen. Unter loderndem Fackelschein folgte nach dem gut einstündigen Festgottesdienst ein bergmännisches Totengedenken am Kriegerdenkmal. Karl Kollmaier legte nach dem Choral "Ich bete an die Macht der Liebe" für alle gefallenen, vermissten und verstorbenen Mitglieder einen Waldkranz nieder, dann intonierte die Knappschaftskapelle das Bergmannslied "Glück-Auf", bevor es mit Marschmusik zum Pfarrzentrum ging.

Dort konnte Vorsitzender Karl Kollmaier eine hochansehnliche Festversammlung, darunter Pfarrer Josef Schmaderer, Pfarrerin Tamara Stampka von der evangelischen St. Johannis-Gemeinde, Diakon Josef Schlecht, Landrat Heinz Wölfl mit Gattin Maria, Bürgermeister Michael Adam, seinen Stellvertreter Johann Sturm mit Gattin Maria, den Vorsitzenden des Landesverbandes Bayerischer Bergmanns-, Knappen- und Hüttenmännischer Vereine, Arno Jäger mit seinem Vorstandkollegen Siegfried Bauer, Diriegnt der Karolinenkapelle Schnaittenbach-Hirschau, Ehrendirfigent Erich Redmann mit Gattin Christa, Ehrenmitglied Richard Freilinger mit Gattin Ottilie, den Komponisten der Festmesse, Hermann Angstenberger, der mit seiner Gattin aus Aalen angereist war, Prof. Dr. Rudolf Weikl, Arrangeur der Festmess und gebürtiger Bodenmaiser, Kirchenchorleiter Vit Aschenbrenner und Organist Dr. Karl Zechel, willkommen heißen. Mit dem "Glück-Auf-Marsch" unter der Stabführung von Johann Kuchl, der für die musikalische und pädagogische Leistungsfähigkeit der Kapelle steht und dem der Vorsitzende für sein Engagement besonders dankte, begann ein kurzweiliger Festabend im geschmückten Pfarrer-Güntner-Saal des Pfarrzentrums, der dicht belegt war. "500 Jahre Bergbau - 248 Jahre Bergmusik - 137 Jahre Knappschaftsverein", beschrieb der Vorsitzende die bewegte und bewahrte Geschichte der starken Traditionsgemeinschaft und stellte die Verbindung zur Hl. Barbara als "Beschützerin in Arbeit und Freizeit" heraus. "Im Zuge der gesellschaftlichen Veränderung und der Diskussion um Werte stützt sich die Gemeinschaft auf christliche Tugenden, wie Nachstenliebe, Respekt, Einsicht und Verzeihen, die letztliche eine Gemeinschaft zusammenschweißen", bekräftigte Kollmaier.

Applaudierend honorierte die Festgemeinschaft die erstklassigen Darbietungen der Knappschaftskapelle, die auf einem hohen musikalischen Niveau einzuordnen sind und sich vom Mussinan-Marsch, der Feuerfest Polka und Carmen-Quadrille, über "Musik ist Trumpf", "Golden Swing Time", "El Choclo" zur "Sommernacht in Prag, "Zwei Freunde" und "My Way" bis zum Marsch "Hoch Heidecksburg" erstreckten. Am späteren Abend erfreuten die Bodenmaiser Hofmarksmusikanten mit einem breiten Repertoiree das vom herausragenden Können des Ensembles überzeugte Publikum. Es gab auch einen weiteren bergmännischen Höhepunkt, den Vorsitzender Karl Kollmaier ankündigte: "Überliefert von den Kameraden aus Peißenberg, in den 70er Jahren mahrfach aufgeführt, geriet der Knappentanz einige Jahre in Vergessenheit". Die Aufführung, bestehend aus 14 Figuren ineinander greifenden Figuren entspricht der vielseitigen Arbeitsweise der Bergleute, die trotz ihres schweren und gefahrvollen Berufes von jeher für alles Gute und Schöne aufgeschlossen waren, so wie Tradition, Blasmusik, Gesang und Tanz pflegten. Die Knappen Karl Koller, Hans Hüblein, Georg Drexler, Karl Brunnner, Martin Wolf, Sylvest Gürster, Lothar Scheinkönig und Albert Gstöttner hatten dem Tanzreigen neues Leben eingehaucht, für die instrumentale Begleitung sorgten die Musiker FRanz Bauer und Sepp Brem. Der zum Abschluss des Tanzes von den Knappen emporgehobene Berggeist wurde vom jungen Musiker Lukas Wölfl dargestellt.

Zu den Klängen der Bodenmaiser Hofmarksmusik wurde im Saal des Pfarrzentrums auch das Tanzbein kräftig geschwungen. Pächter Michael Koller hatte mit seinem bewährten Team, das auch für die reibungslose Bewirtung sorgte, ein reichhaltiges kalt-warmes Büffet mit Vorspeisen, Salaten, Fleisch, Fisch und Käse, Beilagen und Desserts gezaubert, dass allen vorzüglich mundete. Das konstruktive Zusammenwirken von Verein und Kapelle war beim Barbaratag 2008 wieder einmal mehr zur Geltung gekommen.

Den Abschluss des Vereinsjahres bildet morgen, Freitag, 12. Dezember 2008, die Jahreshauptversammlung von Knappschaftsverein und -kapelle, die um 20 Uhr im Pfarrzentrum (Eingang Lehmgrubenweg) beginnt. Neben den Rechenschaftsberichten von Vorsitzenden, Dirigenten, Kassier und Schriftführer, so wie der Ehrung langjähriger und verdieneter Mitglieder, so wie einem Grußwort des Bürgermeisters, kommt es zur turnusmäßigen Neuwahl der gesamten Vorstandschaft und des Vereinsausschusses. Alle Aktiven erscheinen in Bergmannstracht

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