16.08.2007 Die geerbte Hochzeiterin bereitet vergnügliche Urlaubsstunden
Premiere des Bodenmaiser Bauerntheater ein voller Erfolg
Bodenmais (kat). Nur als sehr gelungen konnte man die Premiere „Die geerbte Hochzeiterin“ bezeichnen. Gäste wie einheimische Zuschauer waren begeistert vom Schwank in drei Akten, der im Pfarrzentrum über die Bühne ging.
Karola Trum und ihr junges Team haben sich auch in das neue Stück hervorragend hineinversetzt und es hat alles gestimmt. Die richtigen Personen für die einzelnen Rollen, jeder war in seiner Rolle ganz zuhause. Die Kulisse, die einem Bräustüberl stilecht nachempfunden war, sowie die Kostüme und Frisuren, die alle zum Stück passten.
Das Publikum ging von Anfang an mit, es fieberte schier dem nächsten Höhepunkt entgegen und es kam immer wieder noch ein Höhepunkt, wenn man glaubte, dass dieser jetzt schon erreicht sei.
Gerhard Wenzl war in der Rolle des Seidler-Bräus bestens platziert, genauso Silke Treml als Liserl, die ihm um den Bart ging, aber nur um ihre und die Interessen ihres Liebsten, durchzusetzen. Christian Artinger als Sohn Franz des Seidlers und eben der Liebste, der seiner Angebetenen oft nicht ganz folgen konnte, was sie für ihre Liebe alles wagt und letztendlich auch gewinnt.
Rainer Brem als er verstorben geglaubte Vetter Alois Meier, der eben das Liserl als eine Art Vermächtnis hinterlässt, dabei aber noch gar nicht das Zeitliche gesegnet hat, wie er allen glauben machen möchte und schließlich Veronika Saller als Theres, die schnell alles durchschaut und nach besten „Wissen und Gewissen“ ihren Bruder, dem Seidler, auch seine Lehre daraus ziehen lässt.
Und natürlich Karola Trum als Afra, die Hauserin, die eine vermeidlich gaaanz große Erbschaft macht und damit als echte gute Partie an den „Mann“, besser Seidler kommen soll, aber dann doch leider nur eine kleine Hütte und eine Goaß ihr eigen nennen darf und am Ende doch wieder ledig bleibt.
Ein Lacher jagte den anderen und man wollte fast nicht glauben, dass „Die geerbte Hochzeiterin“ schon zu Ende sein sollte, so kurzweilig war es, obwohl sie mit Pausen fast drei Stunden gedauert hatte.
Die Souffleuse Ines Raffalt machte ihre Sache ebenfalls sehr gut. Überhaupt wurde immer wieder ganz spontan und viel geklatscht und zum Schluss wollte sich der Vorhang gar nicht mehr schließen, den alle zollten den Akteuren auf der Bühne mit lang anhaltendem Applaus ihren Tribut.
Für die musikalische Umrahmung sorgten Hans Kuchl, Franz Bauer, Sepp Weikl, Martin Wölfl, Hans Andres und Wolfgang Fritz, die, sehr zur Freude der Besucher, eine typisch bayerische Wirtshausmusik abgaben.
Die Begrüßung und die Einführung oblag diesmal Otto Weinberger vom Bodenmaiser Bauerntheater. Er stellte nochmals heraus, dass die Darsteller um Karola Trum alle um den Lohn der Künstler, den Applaus, spielen und die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern und sonstigen Spenden alle für gemeinnützige Zwecke gespendet und verwendet würden. Sogar der Pausensekt, meinte Weinberger, trage dazu bei, dass das Bodenmaiser Bauerntheater wieder zu einer guten Sache ihr Scherflein beisteuern könnte.
Die nächsten Aufführungen „Der geerbten Hochzeiterin“ sind im Internet unter Veranstaltungen „Bodenmaiser Bauerntheater“ nachzulesen. Karten gibt es im Vorverkauf bei Geschenke Raffalt, gleich neben dem Pfarrzentrum.
Timo Krause
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