26.06.2008 Gemeinsamer Festgottesdienst und Prozession - Gedenken an Gnadenbildübertragung
Bodenmais (wm).
"Gemeinsam leben - gemeinsam arbeiten - gemeinsam feiern": Diese ermutigenden Worte, von Pfarrer Josef Schmaderer am Ende des Festgottedienstes anlässlich der Übertragung des Gnadenbildes gesprochen, wurden von den Pfarrangehörigen und allen, die den traditionellen Bennotag in Erinnerung an das bedeutende Ereignis vor über dreihundert Jahren mitfeierten, in die Tat umgesetzt. Bei herrlichem Sommerwetter und hohen Temperaturen bewegte sich nach der erhebenden Eucharistiefeier in der Pfarrkirche eine festliche Prozession durch die blumen- und birkengeschmückten Straßen des Ortes unterm Silberberg. Die kirchlichen Feierlichkeiten bildeten im Rahmend des 59. Sankt-Benno-Festes den eigentlichen Höhepunkt. Die Auslegung des Evangeliums hatte Diakon Martin Peintinger übernommen, der in seiner eindrucksvollen Festpredigt zu einem öffentlichen Bekenntnis des christlichen Glaubens aufrief.
Beim Festgottesdienst standen Pfarrer Josef Schmaderer, Diakon Josef Schlecht, Diakon Stephan Faber aus Prag und Diakon Martin Peintinger aus Altrandsberg am Altar. Der Diakon aus Tschechien war mit einer fast dreißigköpfigen Pilgergruppe aus Pribram angereist, zu deren Marienwallfahrtsort die Bodenmais freundschaftliche Beziehungen geknüpft hatten. Begleitet wurden die Wallfahrer aus dem Nachbarland von Jana Hovorkowa, die Evangelium und Fürbitten übersetzte. Der festlichen Euchasristiefeier war ein gemeinsamer Kirchenzug der örtlichen Vereine vorangegangen, die mit starken Abordnungen vertreten waren. Auch Bürgermeister Michael Adam, sein Stellvertreter Johann Sturm, der Marktgemeinderat, Sprecher Hans Kollmer vom Pfarrgemeinderat, Kirchenpfleger Dr. Winfried Achatz, so wie die Mitglieder der Kirchenverwaltung hatten sich eingefunden. Die Nachbildung der Heiligen Muttergottes von Loreto wurde am 16. Juni 1705 - dem Gedenktag des Heiligen Benno - von Maisried nach Bodenmais übertragen. Damals machten sich die Bodenmaiser trotz starken Regens auf den Weg , als plötzlich die Wolken aufrissen und Sonneschein den Prozessionsweg begleitete.
Dem Anlass angemessen waren die glanzvollen Darbietungen eines stimmgewaltigen und klangvollen Ensembles von Solisten, den Sängerinnen und Sängern des Zwieseler und Bodenmaiser Kirchenchores, Bläsern der Knappschaftskapelle und einem brillanten Begleitorchester aus Tschechien. An der Orgel waren Peter Kreuzer und Dr. Karl Zechel. Nach einer aufwändigen Probenarbeit hatte das Gesamtensemble unter Leitung von Vit Aschenbrenner eine kirchenmusikalische Höchstleistung feinster Note abgegeben.
"Meine Seele preist die Größe des Herrn", die Worte Marias, die unser aller Mutter ist, sind auch unsere Worte, den Herrn zu loben und preisen, führte Pfarrer Josef Schmaderer aus. "Wir erfahren Gottes Nähe, der uns Maria zur Fürsprecherin gegeben hat". Nach der Lesung durch Peter Thurnbauer verkündeten die beiden Diakone Martin Peintinger und Stephan Faber in der jeweiligen Muttersprache die Frohbotschaft Gottes. In seiner Festpredigt stellte der Diakon aus Altrandsberg, der für Zandt und Harrling eingesetzt ist, die Angst voran. "Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leidet unter der Lebensangst", so Diakon Peintinger. Dies sei die Angst vor Arbeitslosigkeit, Trennung, Vereinsamung, aber auch der Verlust des Lebensstandards, der Jugend, Schönheit und Gesundheit. Im Evangelium beauftragt Jesus die Jünger, den Menschen von Gott zu erzählen. Die Jünger, so der Diakon weiter, bekommen es auch mit der Angst zu tun, jedoch spricht Jesus:
"Wenn ihr für mich Zeugnis ablegt, braucht ihr keine Angst zu haben". Gerade in der heutigen Zeit werde von den Medien versucht, den Menschen Gott auszureden. "Jesu Auferstehung ist kein PR-Gag seiner Jünger, um die Menschen an der Nase herumzuführen", mahnt der Prediger. "Natürlich ist die Situation heute anders als damals, aber aktueller denn je, betrachte man den erneuten Aufruf gegen ein Kreuz im Klassenzimmer oder einer Ordensschwester im Habit", bemerkte Diakon Peintinger. Das Bekenntnis zu Gott beginne dort, wo der Beifall aufhört, weiß der Prediger in seinen Ausführungen und fährt fort: " Die Grundlage für Furchtlosigkeit ist Gott allein". In seiner Festpredigt klammert Diakon Martin Peintinger auch die Probleme der Gesellschaft nicht aus: "Viele werden reicher und zehn Mal soviel ärmer". Dabei gibt er zu bedenken,dass es für viele schwierig ist, Geld für Heizöl und Lebensmittel auszubringen. "Wer sich auf Christus einlässt, dessen Leben wird spannender und erfüllter". Wir dürfen kein Chor der Mutlosen sein, sondern Verkünder der liebenden Botschaft Christi und Bekenner des christlichen Glaubens. " Glaube gehört in die Öffentlichkeit und Menschen auf der Suche nach Gott sind keine esotherischen Spinner - daher ist die Prozesion ein Zeugnis für Jesus einzutreten". Einen guten Christen solle man nicht als Moralprediger, sondern als freundlichen Menschen erkennen. Das beste Heilmittel gegen die Angst, die zwar zur Grundausstattung des Menschen gehöre, aber gegen die mit der Taufe eine Versicherung abgeschlossen wurde, ist die vertrauensvolle Hingabe an den Willen Gottes.
Nach dem Festgottesdienst formierte sich die Bennoprozession, die vom Kreuz, Kindern, Jugendlichen, der Rissbachtaler Blaskapelle, den weltlichen und kirchlichen Vereinen angeführt wurde. Über die Bergknappenstraße und Bahnhofstraße bewegte sich der Prozesionszug zum Rathausplatz. Es folgten Knappschaftskapelle und - verein, die Kinder garten- und Kommunionkinder, die blumenstreuend und mit bunten Bluemstäben die Feierlichkeiten bereicherten. Dann schlossen sich der liturgische Dienst, die Geistlichkeit, Bürgermeister, Markt- und Pfarrgemeinderat, Krchenveraltung die Pilgergruppe aus Pribram, so wie alle Gläubigen an. Besondere Aufmerksamkeit erlangten die von verschiedenen Gruppen und Vereinen mitgeführten Heiligenfiguren: Der Knappschaftsverein mit dem Gnadenbild, der Stammtisch Glück-Auf mit der Hl. Barbara, die Jugendfeuerwehr mit dem Hl. Florian, Frauenbund mit Herz-Jesu und Ministranten mit Jesu-Kind.
Am Rathaus wurde in einer Statio für die Belange des Marktes und seiner Bewohner gebetet. In seiner über 700jährigen Geschichte war für Bodenmais stets der christliche Glaube festes Fundament der Lebensgestaltung. Nach einem einleitenden Gebet durch Pfarrer Josef Schmaderer sprachen Bürgermeister Michael Adam, Pfarrgemeinderatssprecher Hans Kollmer und Knappschaftsvereins-Vorsitzender Karl Kollmaier die Fürbitten.
Am Marktplatz über die Bahnhofstraße und Kötztinger Straße wieder angekommen, dankte Pfarrer Josef Schmaderer allen Verantwortlichen der Gestaltung und Durchführung des Festes, besonders der Freiwilligen Feuerwehr und dem Pfarrgemeinderat für den Absperr- und Ordnungsdienst, so wie der gesamten Festgemeinde für die innige Mitfeier. Durch Gebet und Gesang wurde auch in diesem Jahr ein gutes Zeugnis christlichen Glaubens abgegeben. Am Ende der Bennoprozession 2008 wurde der feierliche Schlusssegen erteilt und der Lobpreis Gottes, das Te Deum gesungen, bevor die Knappschaftskapelle die Bayernhymne intonierte.
Timo Krause
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