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24.05.2012 - Presse - Allgemein

Pressemeldungen aus Bodenmais

02.08.2009 „`s dumme Zehnerl“ löst alle Probleme

„`s dumme Zehnerl“ löst alle ProblemePremiere des Bodenmaiser Bauerntheaters ein voller Erfolg

Eine Premiere wie im Bilderbuch lieferte das junge Team des Bodenmaiser Bauerntheaters um Spielleiterin Karola Trum beim „`s dumme Zehnerl“ und zog dabei alle Register seines Könnens.
Schon nach wenigen Augenblicken war klar, dass das neue Stück beim Publikum ankam, gut dosierte Anspielungen, vermeintliche Wort-Falschinterpretierungen wurden von Beginn an mit kräftigen Lachern der Zuschauer quittiert und schon während des ersten Aktes gab es mehrmals spontanen Szenenapplaus für die Akteure auf der Bühne.
Spielleiterin Karola Trum ist es wieder einmal gelungen, jede Person des Schwankes mit der richtigen Person aus ihrem Truppe zu besetzen und sie hat einfach das richtige Gespür dafür entwickelt. Zudem war ihre Rolle sehr facettenreich, zunächst als brave, züchtige Kramerstochter, die für ihre große Liebe dann das „elfte“ Gebot bricht und sich mit ihrer Liebe erwischen lässt.
Veronika Saller, die bisher mehr in Nebenrollen agierte, hatte die Bühne diesmal fast für sich gepachtet, sie brillierte in der schwierigen und sehr textintensiven Rolle der Burgl und zeigte in allen Facetten ihr großes schauspielerisches Talent. Wie auch Christian Artinger, für den es, wie er nach der Vorstellung selbst sagte, gar nicht so einfach war, immer im Hochdeutschen zu reden und nicht ins Bayerische zu verfallen. Seine Rolle war nämlich die eines am Mozarteum hochstudierten, sich den musischen Künsten verschriebenen jungen Mannes, der eigentlich ein Jungbauer sein sollte.
Gerhard Wenzl in der Rolle des schlitzohrigen Faktotums Emeran meistere seine Rolle ebenfalls mit Bravour, er spielte sich so richtig in Fahrt und zog für das gute Ende die richtigen Fäden, pardon, natürlich das dumme Zehnerl, mit dem er geschickt den beiden jungen Männern zu ihrem Glück verhalf.
Silke Treml in der Rolle der umtriebigen Studentin, die sich das Leben auf einem Bauernhof einmal aus der Nähe anschauen wollte, brachte eben dieses Leben der Hofbewohner, besonders der männlichen, gehörig durcheinander. Durch ihre bloße Anwesenheit und mit gezielten Aktionen gelang es ihr, die Probleme auf dem Hof in die richtigen Bahnen zu lenken und auch sie beherrschte ihre Rolle meisterlich.
Manuela Stangl, erst im zweiten Jahr bei der Truppe, überzeugte als intrigante und berechnende Kramerin, die über ihre Tochter an den Hof will, um daraus eine Fremdenpension zu machen.
Heiko Treml war in seiner Rolle als eigentlicher Hoferbe, dem das Wirtshaus lieber ist als die Arbeit, gut aufgehoben und fand sich doch zu guter Letzt an dem Erbe seiner Eltern, dem Haselhof, sowie an der Bauernarbeit, Gefallen.
Unsichtbar und auch unhörbar begleitete Stefanie Potkorny die Bodenmaiser Laiendarsteller, sie war im Kasten auf der Bühne als Sofleuse versteckt.
Vor, während der zwei Pausen und nach der Theateraufführung unterhielt das „Silberberg-Trio“, Hans Andres, Franz Bauer und Wolfgang Fritz, die Zuschauer bestens mit seinen volkstümlichen Stücken.
Der Schwank „`s dumme Zehnerl“ spielt auf dem Haselhof, den die beiden Ehalten, die Hauserin Burgl (Veronika Saller) und das Faktotum Emeran (Gerhard Wenzl) am Laufen halten, da die beiden Jungbauern Simon (Heiko Treml) und Thomas (Christian Artinger) der Hof nicht ein Deut interessiert und sie sich nicht darum kümmern, denn beide haben anderes im Sinn.
Da es darum nicht zum besten mit dem Hof steht, ersinnen Burgl und Emeran eine List, um die beiden jungen Männer zum Umdenken zu bewegen. So „verletzt“ sich Emeran ganz gehörig am Fuß und kann daher keine Arbeiten am Hof mehr erledigen. Nun wären eigentlich die beiden Jungbauern gefragt.
Aber auch die Kramerin (Manuela Stangl) hat ein Auge auf den Hof geworfen, sie würde gerne eine Fremdenpension für „Urlaubsfrischlinge“ machen. So gesteht sie schließlich Burgl und Emeran ihren Plan und außerdem will sie ihre Tochter mit dem jüngeren der Haselhoferbrüder, Thomas, verheiraten.
Die beiden Ehalten erwägen, sie in diese Richtung zu unterstützen, wobei Burgl aber schon sicher ist, dass die Tochter der Kramerin, das Annamirl (Karola Trum), ihre Augen längst auf Simon, den älteren der Brüder geworfen hat.
So bietet Annamirl auch gleich Unterstützung an, als sie vom „Unfall“ des Emeran erfährt, aber das lassen die Ehalten nicht zu und erklärten dem Mädchen ihren Plan. Burgl möchte Simon und Thomas nun dazu bringen, Jauche aus- oder Heu einzufahren, aber dieser Plan geht gehörig daneben, denn Thomas findet in der Tageszeitung eine Anzeige, in der ein „Stud.“ Andreas Aigner einen Bauernhof sucht, auf dem er mitarbeiten kann, um danach die Erlebnisse für seine Examensarbeit zu verwenden.
Leider ist der Zeitung ein Druckfehler unterlaufen und der vermeintliche Student entpuppt sich als Studentin Andrea (Silke Treml), ohne „s“, die von Anfang an für frischen Wind auf dem Hof sorgt, denn jeder der drei männlichen Hofbewohner möchte sie für sich einnehmen und liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Einzig Burgl erkennt, für wenn die Liebe wie der Blitz eingeschlagen hat, nämlich bei Thomas und Andrea. Die Jungbauern treten in eine Art Wettstreit um die Gunst der Studentin und sie entwickeln mit einem Mal einen ganz neuen Arbeitseifer.
Die Kramerin erscheint mit ihrer Tochter auch auf dem Hof, um die Lage zu sondieren und muss erleben, dass beide Bauerssöhne für Andrea schwärmen. Da Simon zuvor zudringlich zur jungen Studentin wurde, von ihr aber eine kräftige Ohrfeige kassierte, entschuldigt sich Thomas für seinen Bruder und Simon muss nun als Wiedergutmachung die angefangene Heuernte alleine fortsetzen und dass ohne sein geliebtes Bier.
Die beiden Mädchen verbrüdern sich, da schnell klar ist, wessen Herz für wen schlägt und ersinnen ihrerseits einen Plan, um die Jungbauern von sich zu überzeugen. Darum wird das brave Annamirl von Andrea mit einem neuen „Outfit“ versehen und landet zum Entsetzen von ihr in den Armen von Thomas anstelle von Simon.
Als nun die Kramerin schon die Hochzeitsglocken läuten hört für Thomas und ihr Annamirl, greift Faktotum Emeran ein und schlägt vor, dass ein Zehnerl entscheiden soll, wer von den beiden Jungbauern welche Arbeit verrichtet. Er richtet sich das Zehnerl, das in dem besondern Fall gar nicht dumm ist, so wie er denkt, dass es passt und schickt die Jungbauern einen in die Scheune, den anderen hinters Haus. Und die Mädchen, die Annamirl und die Andrea ebenfalls an die richtigen Orte, wobei Andrea Annamirl noch einschärft, das „elfte“ Gebot zu brechen und sich erwischen zu lassen, denn ihre Logik lautet: wenn es kein Gebot ist, kann man es auch nicht brechen.
Der Trick gelingt und die beiden jungen Paare finden richtig zusammen, sehr zum Leidwesen der Kramerin, die ihre Pläne bezüglich einer Fremdenpension schwinden sieht.
Doch zu guter Letzt wird ihre Tochter Annamirl ja die junge Bäuerin und endlich zeigt auch Jungbauer Simon, dass er den Hof wieder ernst nimmt und sich fortan als richtiger Bauer erweisen will.
Für ihren Thomas hat Studentin Andrea noch eine Überraschung parat, dieser darf mit ihr nach München zu ihrem Onkel und sein Musikstudium fortsetzen und so hat die Geschichte wieder ein Mal ein schönes Happy End gefunden.
Joli Haller vom Förderkreis des Bodenmaiser Bauerntheaters hatte zu Beginn die gut 250 Zuschauer begrüßt, darunter Pfarrer Josef Schmaderer und 1. Bürgermeister Michael Adam.

Pressefotos

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