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Das „Christkindlanschießen“

Eine jahrhundertlange Tradition bleibt in Bodenmais lebendig

Die Böllerschützen der Bodenmaiser Arberschützen und die Bodenmaiser Turmbläser treffen sich jedes Jahr am 24.12., an Heilig Abend, um das Christkind lautstark zu begrüßen. Bereits 1950 hat dieser Brauch in Bodenmais Einzug gehalten. Vermutlich ist das „Christkindlanschießen“ aus dem Alpenland nach Bodenmais gekommen. Dort entstand dieser Brauch nach Überlieferungen bereits im 17. Jahrhundert. Mit Stille hat diese Traditionsveranstaltung - zur eigentlich „staaden Zeit“ - nichts zu tun. Ganz im Gegenteil.

Gerade die Zeit rund um Weihnachten und den Jahreswechsel ist im ländlichen Bereich gespickt von alten Bräuchen. Viele davon sind mit „Lärm“ verbunden. Das traditionelle „Wolfauslassen“ ist ein gutes Beispiel dafür. Der bei den Menschen tief verwurzelte Aberglaube war immer wieder Ausgangspunkt für die Entstehung dieser Riten. Der düstere Spätherbst, der kalte Winter und das anschließende Erwachen der Natur waren immer schon mit einer mystischen, schaurigen Stimmung verbunden. Dämonen oder finstere Gestalten sollten durch Lärm vertrieben werden. Anfangs verwendete man Glocken, Peitschen oder ähnliche Dinge, bis der Lärm auch „maschinell“, d.h. mit Böllern und Kanonen, erzeugt werden konnte.

Es war früher üblich, an den bedeutendsten Rauhnächten der Weihnachtszeit zu schießen.
Bodenmais ist stolz darauf, auch heute noch solch lange Traditionen fortzuführen. Umrahmt wird die Veranstaltung von den Bodenmaiser Turmbläsern, die weihnachtliche Klänge vom Balkon des Rathauses erklingen lassen. Bürgermeister Joachim Haller nimmt das „Christkindlanschießen“ zum Anlass, um den Urlaubsgästen und den Bürgerinnen und Bürgern von Bodenmais ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Die Arberschützen verpflegen die Besucher wie jedes Jahr mit Glühwein.