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Eine Hütte mit Historie

Die Chamer Hütte am Südhang des Kleinen Arbers ist die abgelegenste „Wanderbare Wirtschaft“ und hat eine lange Geschichte. Heute betreibt sie der Schi-Club Bodenmais. Ein Gespräch mit Vorstand Xaver Drexler

Das Schutzhaus Kleiner Arber, die Chamer Hütte, liegt am Südhang des Kleinen Arbers auf 1289 Meter Höhe. Obwohl sie nach der oberpfälzer Stadt benannt ist, liegt sie in Niederbayern, direkt an der Grenze. Die allererste Chamer Hütte aber wurde im Jahr 1910 auf der Nordseite des Kleinen Arbers als Waldarbeiter-Hütte erbaut – damals noch oberpfälzer Gebiet. 1924 kaufte der Waldverein Sektion Cham dieses Grundstück und die Hütte wurde erneuert. Ein Brand im Jahr 1939 zerstörte diese jedoch. Durch die Wirren des  Zweiten Weltkrieges wurde der Neubau – diesmal an der Südseite – erst 1951 fertiggestellt. Weniger später erfolgte eine Erweiterung. Seitdem finden nicht nur Wanderer und Skifahrer Unterschlupf in der Chamer Hütte.

Die Lage unterhalb des Kleinen Arbers ist prädestiniert. Der europäische Fernwanderweg E6, der Goldsteig und der Panoramahöhenweg führen direkt daran vorbei. Im Winter liegen die Tourenabfahrt, Langlaufloipen und ausgewiesene Schneeschuhtouren in unmittelbarer Nähe.
Betreiber der Chamer Hütte ist seit 2008 der Schi-Club Bodenmais. Ein Gespräch mit dem 1. Vorstand Xaver Drexler.

Herr Drexler, als Vorstand des SC Bodenmais sind Sie auch Chef der Chamer Hütte. Warum hat ihr Verein diese übernommen?
Xaver Drexler:„Nachdem die letzte Race Night im Winter 2006, die der Schi-Club veranstaltete, über die Bühne gegangen war, wurde es dem damaligem Vorstand Hans Wenzl wohl zu langweilig (lacht). 2008 wurde die Chamer Hütte vom Deutschen Jugendherbergsverband als Jugendherberge aufgelöst und ging als Schenkung an die Bayerischen Staatsforsten über. Die Staatsforsten suchten dann einen neuen Pächter der baufälligen Hütte. Hans Wenzl hatte dann die Idee, eine Berghütte für Wanderer und Skifahrer daraus zu machen.  

Die Chamer Hütte hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, zahlreiche ­Renovierungsarbeiten hat es in der ­Vergangenheit gegeben.
Xaver Drexler: Als der SC die Hütte übernahm, stand diese bereits acht Jahre leer und war in einem maroden Zustand. Zahlreiche Vereinsmitglieder halfen ehrenamtlich mit, um die Hütte wieder nutzbar zu machen. Einige Handwerksbetriebe, die auch Mitglieder im Verein sind, unterstützten dies besonders. In der Gaststube wurde der Fußboden erneuert, neue Türstöcke gesetzt, die Heizung repariert.“

Was wurde zuletzt saniert?
Xaver Drexler: „2014 wurde der Dachstuhl teilweise saniert und die Schalung ausgebessert sowie eine neue Dachdeckung mit einem Kaltdach installiert. In diesem Frühjahr haben wir neue Toilettenanlagen im Erdgeschoss bei der Gaststube gebaut. Auch im Untergeschoss sind neue Toiletten entstanden. Eine neue Belüftungsanlage in der Umkleide im Untergeschoss war dringend nötig. Neu ist auch ein Raum für die Bergwacht, der als Stützpunkt für Suchaktionen genutzt werden kann. Außerdem gibt es ab diesem Jahr einen Selbstversorgerraum.“

Jedes Jahr zwischen dem 31. März und dem 15. Juni ist die Chamer Hütte geschlossen. Warum?
Xaver Drexler: „Dies ist eine Auflage der Unteren Naturschutzbehörde, da genau in diesem Zeitraum der Auerhahn Brutzeit hat. An den restlichen Tagen im Jahr ist die Hütte täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.“

Aus 500 Meter Tiefe kommt das Quellwasser für die Hütte

Der Betrieb einer Berghütte ist logistisch deutlich aufwendiger als der einer Gaststätte im Tal. Welche Schwierig­keiten müssen Sie bewältigen?
Xaver Drexler: „Der Wareneinkauf ist besonders aufwendig. Getränke werden mit Ausnahme-Fahrgenehmigung nur zweimal im Jahr angeliefert. Dafür benötigen wir ein großes, gekühltes Lager. Die Lebensmittel transportieren wir mit dem Vereinsbus täglich selber. Im Winter ist dies nochmals erschwert, da wir den Transport mit der Pistenraupe durchführen müssen.
Die Wasserversorgung erfolgt durch eine Quelle. Aus 500 Metern Tiefe wird das Quellwasser gepumpt. Die Quelle wird natürlich auch zweimal im Jahr auf Trinkwasserqualität geprüft. Seit diesem Jahr nutzen wir unser Quellwasser auch als Trinkwasser mit Kohlensäure für unsere Gäste. Ich habe mich immer geärgert, wenn wir Plastikflaschen raufgekarrt haben und dadurch auch noch Müll produziert haben. Dabei haben wir ja so gutes Wasser hier oben vor der Haustüre. Die eigene Kläranlage ist inzwischen bereits über 30 Jahre alt und wurde damals, als die Hütte noch als Jugendherberge genutzt wurde, vom Vereinsmitglied Hans Fuchs gebaut, aber sie funktioniert immer noch einwandfrei. Unsere Stromversorgung ist durch die Nähe des Arbers gut gesichert.“


Man kann auf der Chamer Hütte auch übernachten. Wie viele Betten gibt es?
Xaver Drexler:„Inzwischen verfügen wir über 70 Betten. Wir haben vor allem ­Gruppen zu Gast. Auf eine Besonderheit möchte ich hinweisen: Wir sind eine der wenigen Berghütten in Bayern, auf der die Gäste warm duschen können. Bei Gruppen­buchungen ist es auch möglich, den legendären Schweinebraten von unserem Koch Rudi zu bestellen.“

 
Übernachten auf der Chamer Hütte

Buchungsanfragen nimmt der Schi-Club Bodenmais unter service@sc-bodenmais.de oder telefonisch unter 9924/7700717 entgegen. Auch ein Gepäckservice wird angeboten.

 

 

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