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Der Wald gehört keinem alleine

Jürgen Völkl, Leiter des Forstbetriebs Bodenmais, spricht im Interview über Tourismus und Naturschutz sowie über die Zukunft des Bayerischen Waldes

Der Forstbetrieb Bodenmais erstreckt sich von Mitterfels bis Grafenau, von der Isar bis zum Arber. Er ist geprägt von Bergmischwäldern und natürlichen Fichtenwäldern mit hohen Anteilen an alten und starken Bäumen. Die Verwendung der hier geernteten Hölzer reicht vom Brennholz über Bauholz bis hin zum Instrumentenbau. Und der Forstbetrieb hält den Naturschutz hoch. Er betreut mehr als 500 Hektar Naturschutzgebiete und 4100 Hektar FFH-Gebiet (europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz). Damit schützt er viele seltene Pflanzen und Tiere. Seit Jahren brüten hier Uhu, Wanderfalke und Auerhuhn.

Insgesamt sind es 17 200 Hektar naturnaher Wald, 555 Kilometer Forstwege und über 200 Kilometer Loipen im Gebiet des Bodenmaiser Forstbetriebs – ein Genuss für Erholungssuchende, Wanderer, Sportler und Naturfreunde. Zuständig für diese immense Fläche ist Forstbetriebsleiter Jürgen Völkl. Wir haben mit ihm gesprochen:

Sehr geehrter Herr Völkl, was kann und muss jeder Einzelne tun, damit im Wald Naturschutz und Tourismus gleichermaßen gelingen?
Jürgen Völkl: „Ganz einfach: Auf den Wegen bleiben. Es gibt so viele ausgeschilderte Wege! Bekannte Störungen verkraftet die Tierwelt. Wenn aber Wanderer, Langläufer, Mountainbiker oder Schneeschuhgeher abseits der Wege unterwegs sind, werden die Tiere aufgescheucht und flüchten. Und die Flucht raubt ihnen wichtige Energiereserven. Aber ich muss dazu sagen: ein Großteil bleibt auf den Wegen.“

Als Sinnbild für den Naturschutz rund um den Großen Arber gilt der Auerhahn. Wie steht es um das Wappentier des Bayerischen Waldes?
Jürgen Völkl:„Dem Auerhahn bei uns geht’s gut. Nach einer schwierigen Phase in den 70er und 80er Jahren wurde ein Programm zu seinem Schutz gestartet, das fruchtete. Heute ist die Population stabil.“

Bodenmais baut gerade sein Angebot für Mountainbike-Urlaub aus. Wie gelingt das Miteinander im Wald zwischen Naturschutz, Wanderern und Bikern?
Jürgen Völkl: „Der Wald gehört keinem alleine, das muss jedem klar sein. Wenn alle auf den Wegen bleiben, Rücksicht auf die anderen nehmen, dann klappt das mit dem Miteinander.“

Diesen Winter gab es zahlreich Schneebruch in unseren Wäldern. Sind alle Wege inzwischen wieder frei?
Jürgen Völkl:„Die Aufräumarbeiten dauern an. Wir arbeiten seit Monaten auf Hochtouren. Das ganze Holz muss jetzt raus und deshalb kommt es weiterhin vereinzelt zu temporären Sperrungen von Wegen, die zu beachten sind.“

Das Klima ändert sich, es wird wärmer und trockener. Die Fichte gilt als sehr hitzeanfällig. Wie steht es allgemein um den Bayerischen Wald?
Jürgen Völkl: „Im Vergleich zu anderen Wäldern in Bayern, beispielsweise dem Frankenwald, war es bei uns in den letzten Jahren deutlich kälter und deutlich nässer, wenngleich es natürlich auch trockener und wärmer war als noch vor zehn Jahren. Aber bisher haben wir Glück gehabt und mit einer Mischung aus Fichte, Tanne, Buche und weiteren Baumarten sehe ich beruhigt in die Zukunft.“

 

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