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Er röhrt im Bayerischen Wald

"Wildtierflüsterer" Woid Woife gibt Einblicke in das einzigartige Naturschauspiel der Hirschbrunft

Eines der beeindruckendsten Erlebnisse für Naturfreunde und ein Höhepunkt des tierischen Jahres ist ganz sicher die Brunft der Rothirsche. Bereits ab Mitte September kann man vermehrt die Unruhe der männlichen Rot­hirsche, auch „Bullen“ genannt, feststellen. Anfangs treffen viele junge Hirsche in der Nähe des Brunftplatzes ein. Meist ­handelt es sich dabei um Spießer und Gabler (siehe Kasten), sie tragen auch um diese Zeit noch den Bast, der das wachsende Geweih mit Blut versorgt. Die jungen Tiere haben bei der bald stattfindenden Brunft nur eine Statistenrolle. Auch so mancher Sechs- oder Achtender steht um diese Zeit neugierig und nervös am Rande der Arena. Sie alle sind stille Beobachter.

Aus heiterem Himmel ertönt der erste Brunftschrei

Je länger man den traditionellen Brunftplatz beobachtet, desto mehr Hirsche und Hirschkühe finden sich ein. Bis ganz plötzlich, wie aus heiterem Himmel, der erste Brunftschrei ertönt. Dieser ist wie ein Startschuss und auf einmal kann man immer häufiger gewaltige „Bullen“ aus dem Wald treten sehen. Da sind sie, die Zehn-, Zwölf- und Vierzehnender, die das ganze Jahr über scheinbar unsichtbar und still durch die riesigen Wälder zwischen Arber und Rachel streifen.

Nur die starken Tiere duellieren sich

Es ist Ende September und die Hochbrunft ist im vollen Gange. Die jungen Rothirsche sind so lautlos verschwunden, wie sie gekommen sind, und nur die starken Rot­hirsche nehmen aktiv an diesem Spektakel teil. Zwischen 160 und 250 Kilogramm bringen solche männlichen Tiere auf die Waage. Die Hirschkuh bringt es auf rund 120 Kilogramm.

So mancher Platzhirsch überlebt den Winter nicht

Die Brunft dauert mehrere Wochen, in denen die Rothirsche mehrere „Kühe“ um sich versammeln. In dieser von Hormonen beherrschten Zeit nehmen die „Bullen“ so gut wie keine Nahrung zu sich und verlieren bis zu 40 Kilogramm Gewicht. Sie bewachen ihre „Kahlwildrudel“ (weibliche Tiere mit Jungtieren) vor Rivalen und versuchen, ihr Rudel zu vergrößern. Dabei kann es manchmal zu heftigen Kämpfen kommen und so mancher Platzhirsch überlebt den anschließenden Winter nicht mehr. Der Energieaufwand ist gelegentlich so hoch, dass sie nicht mehr genügend Reserven für die harten und kalten Monate aufbringen können.

Die besten Gene setzen sich durch

Doch ihre Aufgabe im Leben ist erfüllt. Sie haben ihre starken Gene weitergegeben und im Juni nächsten Jahres bringen etliche Kühe die Kälber des starken Platzhirsches zur Welt. Manche Rothirsche schaffen dies einige Jahre lang, bis sie von einem stärkeren besiegt werden oder zu alt geworden sind. So stellt die Natur sicher, dass sich immer nur die stärksten Tiere fortpflanzen.

 
Der Hirsch und sein Geweih

Bei jungen Hirschen kommt es vor, dass das Geweih noch gar keine Sprossen aufweist. Das Geweih ist dann praktisch zwei einzelne Stangen oder wie der Jäger in diesem Fall sagt: Spieße. Solche Hirsche bezeichnet man deshalb als Spießer. ­Sollten diese Stangen sich oben auf­gabeln, so nennt man die Hirsche Gabler. Sobald aber drei oder mehr Sprossen deutlich sind, so nennt man den Hirsch Sechsender, Achtender und so weiter.

 

 

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