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50 Jahre
Nationalpark Bayerischer Wald

der älteste Nationalpark Deutschlands feiert Geburtstag - wir zeigen dir den Wilden Wald und seine tierischen Bewohner

Märchenhafte Wälder, klare Bergbäche und mystische Moore finden Wanderer im Nationalpark Bayerischer Wald zuhauf. Hier wurde vor 50 Jahren der erste Nationalpark Deutschlands gegründet. Mittlerweile bildet er zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark Šumava in Tschechien das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.
 

Natur Natur sein lassen. Getreu dem Leitsatz „Natur Natur sein lassen“ darf sich die Natur hier seit 50 Jahren nach ihren ureigenen Gesetzen entwickeln. So entsteht auf mehr als 24 000 Hektar eine einzigartige Waldwildnis. Mit rund 1,4 Millionen Besuchern pro Jahr ist der Nationalpark zugleich Anziehungspunkt und Motor für naturnahen Tourismus und Regionalentwicklung. Als am 7. Oktober 1970 der Nationalpark gegründet wird, liegt das Augenmerk in den ersten Jahren auf dem Aufbau einer funktionierenden Verwaltung sowie einer Besucherinfrastruktur. Dazu zählen ein Nationalparkinformationszentrum mit dem Tier-Freigelände in Neuschönau sowie das Waldspielgelände bei Spiegelau. Auch die Diskussionen, welche Naturschutzziele ein Nationalpark zu erfüllen hat, beginnen. 

Luchs und Wolf sind wieder heimisch geworden. Von nur wenigen Millimeter großen Insekten bis hin zu einem der größten Säugetiere Mitteleuropas, dem Rothirsch, tummeln sich im Nationalpark Bayerischer Wald allerlei Tiere, die Leben in den wilden Wald bringen. Darunter befi nden sich viele Arten, für die naturnahe Lebensräume unabdingbar sind. Einige tierische Bewohner waren einst verschwunden, sind mittlerweile jedoch wieder zurückgekehrt – sei es durch menschliche Hilfe oder natürlichen Zuzug. Zu diesen Rückkehrern zählt der Luchs. Die größte Katze des Kontinents verschwand im 19. Jahrhundert aufgrund menschlicher Verfolgung aus dem Bayerwald – genauso wie Bär und Wolf. Ein Auswilderungsprojekt tschechischer Kollegen in den 1980er Jahren hat schließlich dafür gesorgt, dass der Jäger mit den Pinselohren in der Region wieder Fuß fassen konnte. Als zweiter großer Beutegreifer ist auch der Wolf wieder im Bayerischen Wald heimisch. Außerdem leben bei den Säugetieren etwa Wildkatze, Fischotter oder Biber im Nationalpark.

Der Bestand des Auerhuhns hat sich erholt. Der Charaktervogel der Region ist eindeutig das Auerhuhn. Die Bestände des bedrohten Waldvogels, der in Deutschland außerhalb der Alpen sehr rar geworden ist, gingen im 20. Jahrhundert auch im Bayerischen Wald stark nach unten. Erst umfangreiche Schutzmaßnahmen halfen den Tieren, sich zu erholen. Verschwunden war auch der Habichtskauz. Dank eines Wiederansiedlungsprojekts hat es die Eule jedoch wieder in die Wälder zwischen Falkenstein und Lusen geschaff t. Mittlerweile brüten die Vögel zum Großteil außerhalb von Nistkästen – in alten, abgestorbenen Bäumen, die es dank der Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“ zur Genüge gibt. Andere besondere Vogelarten sind beispielsweise Zwergschnäpper, Ringdrossel oder Dreizehenspecht.

Tausende Insekten bevölkern den Park. Richtig wild wird es bei den kleinsten Tierarten. Tausende Insekten sind mittlerweile nachgewiesen. Zu den besonders faszinierenden Geschöpfen gehören die Urwaldreliktkäfer. Dabei handelt es sich um Arten, die besonders naturnahe Wälder zum Überleben benötigen. Sie haben in den Urwaldresten des Nationalparks, etwa in der Mittelsteighütte oder der Rachelseewand, überlebt und können sich aufgrund des flächigen Prozessschutzes wieder ausbreiten.