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Von Teneriffa nach Bodenmais

Thomas Ernst und seine Familie haben den Kanaren den Rücken gekehrt und betreiben jetzt das Hotel „Kurpark“. In seiner „Bodega“ zaubert der 52-Jährige spanische und kanarische Schmankerl auf den Tisch – von Tapas bis Paellas

Thomas Ernst hat anstrengende Monate hinter sich. „Seit Dezember hatten wir keinen freien Tag“, sagt der 52-Jährige. Dennoch sitzt er „hundemüde aber glücklich“ in seinem Biergarten im Hotel „Kurpark“ und zieht genüsslich an einer Zigarette. Am 1. Dezember hat Thomas Ernst zusammen mit seiner Frau Oxana Petrova, Stiefsohn Dimitri und Schwägerin Irina das Hotel „Kurpark“ im Amselweg übernommen, am 21. Dezember folgte die offizielle Eröffnung.

12 Jahre lang betrieb er ein Tapas-Restaurant in Puerto de la Cruz

Ein dreiviertel Jahr später zieht die Familie eine erste ­positive Bilanz. „Das Hotel ist gut gebucht, wir bekommen sehr gute Bewertungen und der neue Biergarten kommt an“, erklärt Ernst. Am meisten aber freut es ihn, dass seine kleine „Bodega“, die er im Hotel eingerichtet hat, so gut angenommen wird. Der Koch liebt die spanische Küche. „Die Bodega ist zwar viel Arbeit, für mich ist es aber wie ein Hobby. Es macht einfach Spaß, den Leuten ein Stück Spanien auf den Teller zu zaubern, ihnen die Geschichten von den Speisen, den Zutaten und den Weinen zu erzählen“, sagt er.

Seine Liebe zu Spanien kommt nicht von ungefähr. 23 Jahre lebte Thomas Ernst auf Teneriffa, der Heimat seiner Mutter. 12 Jahre lang betrieb er auf der größten kanarischen Insel ein Tapas-­Restaurant in Puerto de la Cruz. Aufgewachsen ist der heute 52-Jährige in Nürnberg, von hier stammt sein Vater und hier hat
er seine zweite Frau Oxana kennengelernt. Mit der Russin ist er seit acht Jahren zusammen.

„Nach 23 Jahren auf Teneriffa geht dir auch mal die Sonne auf den Geist!“

Dass Thomas Ernst nun mit seiner Familie im Bayerischen Wald Wurzeln geschlagen hat, ist jedoch kein Zufall, denn geboren ist er in Regen. „Mein Frau wollte mit mir meine Geburtsregion besuchen, daraufhin haben wir ein paar Tage in Bodenmais gebucht“, erzählt er. Die Natur, die Idylle, die Ruhe hat dem Paar sofort gefallen. Zufällig sind die beiden auf das Hotel „Kurpark“ gestoßen. „Es stand inoffiziell zum Verkauf und ist uns empfohlen worden. Wir hatten dann ein Gespräch mit dem Besitzer und der hat sich für uns entscheiden“, erklärt Thomas Ernst. Eine Entscheidung
von heute auf morgen war es aber nicht. „Wir planten schon seit längerem, zurück nach Deutschland zu gehen. Es war immer mein Traum, hier ein Restaurant zu führen. Mit dem Hotel ist dieser Wirklichkeit geworden“, erzählt er und fügt schmunzelnd an: „Nach 23 Jahren auf Teneriffa geht dir auch mal die Sonne auf den Geist!“

„Ich will zeigen, was ich auf Teneriffa gelernt habe“

Jetzt also Bodenmais statt Puerto de La Cruz. Wald statt Meer. Kalte Winter statt Dauer-Sonne. „Nun will ich den Leuten hier zeigen, was ich in den Jahren auf Teneriffa gelernt habe, will sie für zwei Stunden auf die Kanaren entführen“, betont Ernst. Dass seine „Bodega“ bereits so gut angelaufen ist, das erstaunt den 52-Jährigen. „Es hat mich überrascht, wie offen die Leute hier für Neues sind – egal ob alt oder jung.“ Vielfältige Paellas, die unterschiedlichsten Tapas, verschiedenste Weine und Bier aus Spanien bietet seine spanische und kanarische Küche. „Ich wollte nicht das machen, was jeder macht. Meine Familie und ich sind so wie wir sind. Ein bayerisches Wirtshaus hätten wir nie eröffnet“, betont der Mann mit fränkischen Wurzeln. 30 Plätze hat seine „Bodega“. Sollte es nötig sein, könnte Thomas Ernst erweitern.

„Thunfisch vom Discounter gibt’s bei uns nicht“

Der Koch und Restaurant-Betreiber setzt auf frische Produkte. „Bei uns wird alles frisch nach Bestellung zubereitet“, betont er. Gemüse und Früchte bezieht Ernst aus der Region. Serr­ano-Schinken, (Ziegen)Käse, Gewürze, Meeresfrüchte, Bier und Wein importiert er direkt aus Spanien. „Damit’s authentisch schmeckt. Thunfisch aus der Dose vom Discounter gibt’s bei uns nicht!“ Neffen auf den Kanaren und in Barcelona sind ihm beim Import behilflich. Besonders stolz ist Thomas Ernst auf seine hauseigenen Saucen für die Tapas. Rezept? Natürlich Geheimsache!

Aber auch ins Hotel selbst haben er und seine Familie viel Kraft und Energie gesteckt. 15 Zimmer mit 35 Betten hat das „Kurpark“. Ein neuer, liebevoll hergerichteter Biergarten lädt nun zum Verweilen ein. Im nächsten Jahr soll er erweitert werden. Im Biergarten gibt’s natürlich bayerische Biere und Schmankerl sowie fränkische Spezialitäten wie Nürnberger Bratwurst.
Ohne seine Frau, seinen Stiefsohn und seine Schwägerin hätte er all das aber nicht geschafft. Besonders dankbar ist Thomas Ernst auch seinem Koch Dieter ­Kagerbauer. „Er ist uns von Anfang an zur Seite gestanden, hat uns mit allem geholfen und macht sogar den Garten mit. Dieter gehört schon zur Familie“, betont er und fügt an: „Wir ziehen alle an einem Strang, jeder ist engagiert und tut, was er kann.“ Gemeinsam „hundemüde“ zu sein macht eben mehr Spaß – und glücklicher.

Selbst das Reh sieht nun, bei genauerer Betrachtung, völlig anders aus. Das rotbraune Fell weicht der dicken grauen Winterdecke. Die Fettdepotbildung ist nun abgeschlossen und das Reh schaltet in den Energiesparmodus. Und das Fell des Hermelins beginnt sich nun weiß zu verfärben, so ist es in der schneereichen Zeit bestens getarnt und kann sich Beutetieren unbemerkt nähern.

Vogelgezwitscher durchbricht die Stille

Viele der Insekten sterben im Herbst ab und die restlichen ziehen sich zum Überwintern zurück. Auch die Reptilien befinden sich nun in ihrem Winterschlaf. Über das bunte Treiben im Sommer legen langsam aber sicher der Herbst und der anschließende Winter ihre ruhende Hand. Das Land um den Arber verstummt. Nur die Vögel am Futterhaus bringen in dieser Zeit ein wenig Leben in den sonst so ruhigen Wald.

Für uns Menschen bedeutet das alles: Rücksicht nehmen, damit unsere tierischen Freunde den harten Winter überstehen können. Beobachtet Tiere aus der Ferne und stört sie nicht beim Sammeln ihrer Vorräte. Nehmt ihnen nicht ihre wichtigen Energiereserven, indem ihr sie zur Flucht bewegt. Denn sie sind auf alles eingestellt, nur nicht auf den stetig wachsenden Druck des Menschen.

Bereits Ende Dezember und Anfang Januar, wenn wir Menschen noch gar nicht darauf eingestellt sind, beginnt das Leben im Wald langsam wieder. Eulenvögel beginnen zu balzen, das Rehkitz im Bauch seiner Mutter beginnt zu wachsen, die Bäume bereiten sich auf das Frühjahr vor. Der Kreislauf des Lebens beginnt wieder neu.


Bodenmaiser Rezepte

Zwei tolle Rezepte von Thomas Ernst haben wir auch unter unserer Rubrik "Bodenmaiser Rezepte" für euch zum Nachkochen! Eine spanische Paella und etwas Süßes zum Abschluss, eine Crema Catalana. Schaut doch mal vorbei!
 

 

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