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Der König des Bayerischen Waldes - der Große Arber

Mit 1456 Metern thront der Große Arber über den Bayerischen Wald

September 2019 feiert die Arber-Bergbahn ihr 70-jähriges Jubiläum. Grund genug, die Geschichte des berühmten Berges einmal genauer zu betrachten.

Majestätisch erhebt sich der Große Arber mit seinen 1456 Metern über dem Bayerischen Wald. Vom 1913 errichteten Gipfelkreuz reicht der Blick bis weit in den Böhmerwald und nach Bayern hinein. An sehr klaren Tagen tauchen sogar die Alpen am Horizont auf. Der „König des Bayerischen Waldes“, wie der Große Arber genannt wird, ist ein Anziehungspunkt für Wanderer, Naturfreunde, Skifahrer oder Skitourengeher. Am 17. September 2019 feierte die Arber-Bergbahn ihr 70-jähriges Jubiläum. Wir blicken deshalb zurück und tauchen mit Ihnen in die Geschichte des Berges ein.

Der Große Arber heißt nicht schon immer so. In einer Urkunde von 1279 trägt er den Namen „Adwich“. Im Jahr 1500 nennt ihn der Historiker Johannes Aventinus „Hädweg“. Im 16. Jahrhundert sind auch die Bezeichnungen „Ätwa“ und „Aetwham“ gebräuchlich. Erst 1740 taucht erstmals der Name Arber auf. Das erste Bild des Großen Arbers entstand 1514. Grund waren Grenzstreitigkeiten zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Königreich Böhmen. Dabei wurde das Gebiet zwischen dem Herzogtum und dem Großen Arbersee auf einer Landkarte festgehalten.

Vier Gipfel, zwei Seen, eine Steilwand

Der „König des Bayerischen Waldes“ hat vier Gipfel: den Hauptgipfel mit dem Kreuz, den Kleinen und den Großen Seeriegel sowie den Bodenmaiser Riegel. ­Letzterer hat einen ganz besonderen Namen: Richard-Wagner-Kopf. Das markante Kinn, die dominante Nase, die fliehende Stirn – tatsächlich: das ist das Profil Richard Wagners. Am besten sind die namensgebenden, charakteristischen Linien des Felsens am westlichen Arber-Gipfel vom Seeriegel aus zu erkennen. Doch wer hat den Bodenmaiser Riegel mit dem berühmten Schöpfer der Nibelungen in Verbindung gebracht? Der Bodenmaiser Heimatforscher Prof. Dr. Reinhard Haller hat nachrecherchiert: „Belegbar ist die Bezeichnung zum ersten Mal in einem Prospekt aus dem Jahr 1934“. Auch wenn es keine sicheren Beweise gibt, vermutet Haller hinter der Namensgebung den Zwieseler Fachschullehrer Anton Pech. Der Maler und Fotograf, der als „Hausmeister des Bayerischen Waldes“ in die Annalen einging, hatte ein Faible für derartige Wortschöpfungen.
 
Am Fuß des Großen Arbers befinden sich außerdem der Große und Kleine Arbersee. Zwei Kilometer westlich erhebt sich der 1384 Meter hohe Kleine Arber, etwa zwei Kilometer südöstlich, unterhalb des Mittagsplatzls, die imposante Arberseewand.

Ein Relikt aus dem Kalten Krieg

Seit jeher hat der „König des Bayerischen Waldes“ eine große Anziehungskraft auf die Menschen. Nicht verwunderlich ist es deshalb, dass schon früh erste Gebäude auf ihm errichteten wurden. Das erste war die Arberkapelle, die 1806 erbaut wurde (mehr zu ihrer Geschichte lesen Sie im nächsten „Unterm Silberberg“). 1884 folgte eine hölzerne Schutzhütte, die der Bayerische Wald-Verein errichtete. 1903 entstand das erste Schutzhaus auf dem Gipfel. Das jetzige mit Schindeln beschlagene Arber-Schutzhaus wurde 1936 errichtet und 1985 erweitert. Im Jahr 2009 erfolgte eine Generalsanierung. Die etwas unterhalb liegende Eisensteiner Hütte wurde 1962 erbaut und 2006 generalsaniert. Diese im Besitz der Arber-Bergbahnen befindliche Berghütte bietet sogar standesamtliche Trauungen an. Bei der auf dem Arbergipfel stehenden Zwieseler Hütte handelt es sich um eine 2001 vollständig in Holz gebaute Vereinshütte des TV Zwiesel. Besonders markant sind die beiden 1983 in Betrieb gegangenen Radome auf dem Arberplateau, mit denen von der Luftwaffe der Luftraum überwacht wird. Sie sind ein Relikt aus dem Kalten Krieg.

Der Weg zum größten Skigebiet im Bayerwald

Der Startschuss für das heute größte Skigebiet im Bayerischen Wald fiel am 17. September 1949 – nur vier Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wurde der erste Sessellift am Großen Arber eröffnet. Die Idee stammte von dem Ingenieur Franz Oberhofer aus Böhmisch Eisenstein. In Fürst Friedrich von Hohenzollern, der selbst ein begeisterter Skifahrer war, fand er einen regen Befürworter. Zum Hintergrund: Die Arber-Bergbahn wird durch die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern betrieben. Dies rührt daher, dass sich der größte Teil des Großen Arbers und die umliegenden Wälder seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz der Fürsten von Hohen­zollern-Sigmaringen befinden.

Von 180 auf 2000 Personen pro Stunde

Der erste Sessellift mit Einzelsitzen aus Holz hatte eine maximale Beförderungskapazität von 180 Personen pro Stunde. Zum Vergleich: Die heute moderne, 964 Meter lange und 342 Höhenmeter überwindende Gondelbahn kann bis zu 2000 Personen pro Stunde befördern. Im Jahr 1962 wurde eine Doppelsesselbahn für den Skibetrieb ausgebaut, 1983 gab es erste Sanierungsmaßnahmen.
1999 begann die Arber-Bergbahn mit einer großen Modernisierung, darunter der Neubau der Sechser-Gondelbahn auf einer neuen Trasse. 2002 folgte die neue Sechser-Sesselbahn am Nordhang und 2005 die ebenfalls sechs Personen fassende Sesselbahn am Südhang. In den Jahren darauf wurde die Beschneiungsanlage auf knapp 40 Schneekanonen erweitert und ein Kinderskigelände mit drei Förderbändern und einem Kinderskikarussell errichtet.

Heute ist der Große Arber das beliebteste und größte Familien­skigebiet im Bayerischen Wald. Und im Sommer zieht der „König“ natürlich zahlreiche Wanderer, Mountainbiker und Ausflügler an.

Historische Arber-Bildergalerie

Bilder aus unserem Archiv zeigen tolle Eindrücke aus früheren Zeiten

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