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Der

Bergbezwinger

 

 

Nach einem anstrengenden Berglauf oben auf dem Gipfel zu stehen, auf die Weiten des Bayerischen Waldes zu blicken, frei zu sein, das Gipfelglück zu genießen: das ist Trailrunning rund um Bodenmais. Einer, der sich bestens damit auskennt, ist Martin Pfeffer. Der 31-Jährige ist seit 8 Jahren Trailrunner aus Leidenschaft. Wir haben mit ihm gesprochen. Im Interview verrät er, was ihn antreibt, warum sein Herz an seiner Heimat hängt – und was es mit der Ananas auf sich hat.

 

 

Lieber Martin, inzwischen bist du als Trailrunner im Bayerischen Wald und darüber hinaus bekannt „wie ein bunter Hund“. Das liegt auch an den vielen An-anassen, die du auf sämtlichen Gipfeln zurücklässt. Was hat es damit auf sich?  Martin Pfeffer: „Dem bunten Hund ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass es bei der Gipfelananas NICHT um IHN selbst als Person geht. Ich möchte mich damit keineswegs „vermarkten“. Ich verbinde die süße Frucht mit vielen schönen Momenten, welche mich zum Strahlen gebracht haben, beziehungsweise bringen. Die Intention hinter der „Aktion“ ist, diese Freude, welche mir übermittelt wurde, weiter zu verschenken. Mit einer kleinen fruchtigen Geste möchte ich jedem Gipfelerklimmer das „Gipfelgfui“ versüßen. Genau das steckt hinter der Gipfelananas. Eingangs hat dies so viele Menschen positiv beeinflusst, sodass mehr und mehr Früchte auf regionalen und überregionalen Gipfeln zu bestaunen waren. Mittlerweile ist die Frucht in Teilen von Spanien, Italien, Österreich und auch in der Schweiz herumgekommen.“

 

Wie oft rückst du in der Woche aus? Und weißt du, wie viele Kilometer und Höhenmeter du 2020 zurückgelegt hast?   Martin Pfeffer: „Das kann komplett unterschiedlich sein. Ich höre da meist auf mein Bauchgefühl, die aktuelle Situation im Alltag beziehungsweise die Verfassung meines Körpers. Trailrunning ist für mich Auspowern und eine besondere Art der Meditation zugleich. Durch die Verschmelzung von Sport und Natur dient es zum perfekten Ausgleich. Einen strikten Trainingsplan, der mir vorgibt, wie oft, wie weit oder wie lang ich laufen MUSS, habe ich nicht. Und mag ich auch nicht. Kurzum: Von zwei Mal in der Woche bis fast täglich bin ich läuferisch in den Bergen anzutreffen. Summa summarum bedeutete das auf das Jahr 2020 bezogen (laut meiner Suunto-App) 4949 Kilometer mit ziemlich genau 249.850 Höhenmetern.“

 

Du bist zwar gerne in den Alpen unterwegs, oder auch mal auf dem Pico del Teide auf Teneriffa, aber dein Herz gehört deiner Heimat, dem Bayerischen Wald. Was fasziniert dich an unserer Region so sehr? Was macht den Bayerwald als Trailrunning-Gebiet so spannend?   Martin Pfeffer: „Ich mag es sehr, kleine, aber feine Trail-Abenteuer in den Bergen zu planen und durchzuführen. Egal ob Aus- oder Heimwärts. Jedes einzelne, anspruchsvolle Vorhaben versprüht seine eigene, spezielle Magie. Aber die Heimat ist und bleibt immer noch die Heimat. Vor allem auf Erkundungstouren, bei den regionalen Trail-Abenteuern, wird einem erst so richtig bewusst, welche Highlights der Bayerische Wald zu bieten hat. Man stößt dabei immer auf neue geheimnisvolle Fleckerl und lernt diese immer wieder neu kennen. Der besondere Charme liegt dabei an den damit verbundenen hiesigen und persönlichen Geschichten. Der Bayerische Wald braucht sich im Vergleich zu den Alpenregionen keineswegs verstecken. Insbesondere die Region um Bodenmais hat einige Natur-Highlights zu bieten, die nur darauf warten, erobert zu werden.“

 

 

„Der Bayerische Wald braucht sich im Vergleich zu den Alpenregionen keineswegs verstecken. Insbesonderedie Region um Bodenmais hat einige Natur-Highlights zu bieten, die nur darauf warten, erobert zu werden.“ Trailrunner Martin Pfeffer

 

 

Bei so vielen verschiedenen Gipfeln, die du regelmäßig erstürmst, ist es wohl schwer, einen Lieblingsberg auszuwählen. Hast du dennoch einen?  Martin Pfeffer: „Den gibt es wirklich! Und der Gipfel befindet sich bei uns daheim im schönen Bayerischen Wald. Es handelt sich dabei um den Klausenstein – klein, aber oho!

 

Und welche ist deine Lieblingsstrecke?  Martin Pfeffer: „Eine absolute Lieblingsstrecke, muss ich gestehen, habe ich gar nicht. Ich liebe die Abwechslung und die Vielseitigkeit der heimischen Region. Aber am häufigsten bin ich auf den Pfaden des Goldsteigs unterwegs. Ob auf den Spuren der 12-Tausender, von Bad Kötzting über die Gipfel nach Bodenmais und weiter bis nach Waldhäuser, oder auf der „anderen Seite“ von Ruhmannsfelden über meinen Hausberg, den Geißkopf, bis hin nach St. Englmar. Meine Spielwiese wimmelt nur von Schmankerln und liebenswürdigen Trails.“

 

Inzwischen dürftest du den ganzen Bayerwald abgelaufen haben. Oder hast du dir für dieses Jahr noch neue Routen und Ziele gesteckt?  Martin Pfeffer: „Die Projekte gehen mir definitiv nicht aus! Aktuell erarbeite ich mir zwei größere Tages-Routen. Zum einen ein größeres Vorhaben in der Heimat. Start und Ziel wird sich dabei in Bad Kötzting befinden. Der Rundkurs verschmilzt zwischen den 12-Tausendern und den beiden lokalen Trailrunningpisten, dem Arberland Ultra Trail und dem U.Trail Lamer Winkel. Dabei freue ich mich besonders auf die Schmankerl Kleiner und Großer Arber, Zwercheck, Kleiner und Großer Osser sowie den Hohen Bogen. Tourdaten: ca. 85 Kilometer und 4000 Höhenmeter. Zum anderen steht noch eine Herzensangelegenheit an: der Hochkönig im Salzburger Land. Ein ganz großer Traum ist es, von Dienten am Hochkönig über den kompletten Gebirgszug des Hochkönigs zum Hundstod bis hin nach Ramsau in Berchtesgaden zu laufen. Tourdaten: ca. 65 Kilometer und 5000 Höhenmeter. Beide Touren habe ich dieses Jahr auf dem Zettel.“

 

Kannst du zum Schluss noch ein paar Tipps für Leute geben, die mit dem Trail-running beginnen möchten? Welche Ziele sollte man sich stecken?  Martin Pfeffer: „Die Basis dieser Sportart ist in meinen Augen: GEDULD und DURCHHALTEVERMÖGEN. Kein Meister ist vom Himmel gefallen und das Erarbeiten einer guten Grundausdauer sowie der angepassten Atem- und Lauftechnik zieht sich über einen längeren Zeitraum hinweg. Bei manchen geschieht dies schneller, bei manchen etwas langsamer. Aber man sollte nie sein Ziel aus den Augen verlieren und „Step by Step“ in kleinen Teilzielen das große Ganze verfolgen. In der Anfangsphase lernt man extrem viel über seinen Körper und seine aussendenden Signale, welche man erst richtig erlernen muss, um diese nach einer gewissen Zeit dann richtig deuten zu können. Hier kann es einem auch helfen, technischen Schnick-Schnack wie Uhren und Pulsmesser erstmal wegzulassen. Als wichtig erachte ich auch folgendes Motto: Mach DEIN Ding. Das soll jetzt nicht heißen nur allein zu laufen, kein Egoismus, sondern sich mehr auf die eigene Leistung(sgrenze) zu besinnen und nicht einen steigenden Leistungsdruck durch Vergleiche aufkommen zu lassen. Das aller wichtigste Attribut jedoch sollte immer noch der Spaßfaktor sein.“

 

 

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