Klick mich!

Die Geschichte

des Bayerwaldes

 

 

Der Bayerische Wald ist Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Er ist Erholungsort für Einheimische und Gäste. Er bietet Freizeitsportlern schier unendliche Möglichkeiten – Sommer wie Winter. Und er ist ein Lieferant für den nachhaltigen Rohstoff Holz. Doch wie ist der Bayerwald eigentlich entstanden? Wir blicken zurück.

 

 

Die grüne Lunge Mitteleuropas

Der Bayerischer Wald bildet zusammen mit den angrenzenden Wäldern des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds, des Neuburger Walds und des Sauwalds das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas. Hohe Berge, tiefe Schluchten, stille Waldseen, ein Meer aus Waldwogen und uralte Riesenfichten findet man hier – eine wilde Landschaft mit unbändiger Natur.

 

Eismassen schliffen den „Woid“

Im Gegensatz zu den erdgeschichtlich noch jungen Alpen entstand der Bayerischer Wald vor sehr langer Zeit. Vor rund 600 Millionen Jahren verschoben sich Erdplatten, was große Auswirkungen auf Mitteleuropa hatte. So wurde auch der Bayerische Wald emporgehoben. Zu diesem Zeitpunkt war der Bayerwald noch von hohen schroffen Bergen geprägt. Doch im Laufe von Jahrmillionen wurde das Gebirge durch Verwitterungsprozesse stetig abgetragen. Übrig blieb eine gewellte Hochfläche. Während der letzten Eiszeiten, die bis etwa 10.000 vor Christus andauerten, erhielt der Bayerische Wald schließlich sein heutiges Aussehen. Ein dicker Eispanzer bedeckte das Gebirge und schliff die ohnehin schon gewellten Kuppen weiter ab. Wo sich Gletscher ihren Weg ins Tal bahnten, kann man noch heute eiszeitliche Formen entdecken. So sind zum Beispiel der Große und Kleine Arbersee durch Gletscherbewegungen entstanden.

 

Zu unattraktiv fürdie Römer

Bis heute gehört der Bayerische Wald mit seinen stillen Bergseen, dunklen, mystischen Wäldern und tiefen Schluchten zu den rauesten Regionen Deutschlands. Lange Zeit wagte es kaum ein Mensch, diese unwirtliche Gebirgsregion zu besiedeln. Das römische Reich endete an der Donau. Das waldreiche Gebiet weiter nördlich erschien den Römern wirtschaftlich zu unattraktiv - und so ließen sie es links liegen. Auch im frühen Mittelalter galt der „Woid“ noch als undurchdringliche Wildnis, als ein Ort ohne Recht und Gesetz. Das zog Menschen an, die anderswo verfolgt wurden, wie Wilderer, Schuldner und Entrechtete, die im finsteren Wald ihr Versteck fanden. Als Erste wagten sich Mönche aus den Donauklöstern im frühen 11. Jahrhundert für längere Zeit in den Bayerwald. Sie begannen damit, durch Rodung die Wälder zu erschließen. Einige Bauern folgten den Mönchen und um die neu errichteten Klöster entstanden erste kleine Siedlungen.

 

Beginn der Glas- und Bergbautradition

Im Spätmittelalter fanden Glasbläser den Weg in den Bayerischen Wald. Das Mittelgebirge hatte für sie zwei unschätzbare Vorteile. Zum einen gab es dort reiche Vorkommen an Quarz, dem wichtigsten Rohstoff für die Glasherstellung. Zum anderen benötigten sie große Mengen an Holz, um ihre Produkte herstellen zu können. Beides hatte der Bayerische Wald im Überfluss zu bieten. Auch der Bergbau, wie am Silberberg in Bodenmais, lockte die Menschen in den Wald.

 

Säumerpfade: Wichtige Handelsrouten

Einen großen Anteil an der Besiedlung hatten außerdem die Säumerpfade durch den Bayerischen Wald, benannt nach Transporteuren, die Waren über die Alpen brachten. Die Pfade galten jahrhundertelang als wichtigste Handelsverbindungen von den wirtschaftlichen Zentren an der Donau über den Bayerischen Wald in die böhmischen Städte. Vor allem Salz wurde so auf Lastkarren über das Mittelgebirge nach Norden transportiert. Auf dem Rückweg gelangten Getreide, Hopfen, Honig und Branntwein in die Donau-städte. Der bekannteste dieser Säumerpfade ist der „Goldene Steig“, der von Passau ins tschechische Prachatice führte. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galt der Bayerwald als das Armenhaus Deutschlands. Die Landwirtschaft verlangte den Bauern viel ab. Die nährstoffarmen Böden waren schwer zu bewirtschaften und gaben nicht viel Ertrag her.

 

Vom Armenhaus zur Tourismusregion

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Bayerische Wald mit zusätzlichen Strukturproblemen zu kämpfen. Die Grenzen des Eisernen Vorhangs schnitten die Region von den wichtigen Handelsrouten nach Böhmen ab. Doch in den 1950er Jahren erkannte man, dass der Bayerische Wald einen unschlagbaren Vorteil besitzt: eine wunderschöne Natur. Insbesondere in Bodenmais setzten die Einheimischen früh auf den Tourismus. Aus landwirtschaftlichen Anwesen wurden Hotels. Die Entwicklung ging stetig weiter und so entwickelten sich Bodenmais und der gesamte Bayerische Wald zu einer beliebten Urlaubsregion. Heute ist der Touris-mus der wirtschaftliche Motor im „Woid“.

 

 

Mehr interessante Geschichten aus dem aktuellen Gästemagazin

Bestelle hier ganz bequem dein kostenloses Exemplar.

Gerne kannst du dich auch telefonisch unter der 09924778 135 oder per Mail bei uns melden.

Das Gästemagazin gibt’s übrigens auch im Jahresabo

und als Online-Version

 

 

UNTERKUNFT SUCHEN & BUCHEN

Webcam