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Herrlicher

Hochfall

 

 

Johannes Matt vom Naturpark Bayerischer Wald stellt dir das Bodenmaiser Naturschauspiel vor

Glatt geschliffene Steine im Bachbett, eine kleine tief eingeschnittene Schlucht und wildes Wasser. In den Wäldern rund um Bodenmais findet sich neben der bekannten Rißlochschlucht ein weiterer Ort mit „Wildem Wasser“: der Hochfall. Neben der Ursprünglichkeit der umgebenden Wälder, mit seiner Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, ist es vor allem die formende Kraft des Wassers, die Wandernde hier beeindruckt. Es bedarf schon etwas Mut, um den Holzsteg, der über den wild tosenden Moosbach führt, zu queren. Aber es lohnt sich, denn vom Steg ganz vorne bietet sich ein beeindruckender Blick zum zweithöchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes.

 

 

Die Kraft des Wassers

Mit seinem rund acht Meter hohem Wasserfall ist der Hochfall zwar deutlich kleiner als sein großer Bruder im benachbartem Rißloch, aber er gehört zweifelsfrei zu den schönsten Flecken rund um Bodenmais. Das Wasser stürzt in die Tiefe in ein fast kreisrundes Wasserbecken, in eine sogenannte „Gumpe“. Über viele, viele Jahre, ja wahrscheinlich Jahrtausende hat sich hier das Wasser in den harten Gneis hineingemeißelt und wannenartige Rinnen so herausgeschliffen, dass die streifenartige Anordnung der Gesteinsminerale besonders deutlich wird. Die wunderschönen Schichtungen der Arbergneise kommen zur vollen Geltung. Dann fließt er unter der Holzbrücke durch, um abermals ein paar Meter in die Tiefe zu stürzen.

 

Das Quellgebiet des Moosbach liegt zwischen dem Kleinen Arber und dem Enzian auf einer Meereshöhe von etwa 1163 Meter. Von links fließen ihm das Dürrböbrachbachl und der Forellenbach zu. Westlich von Bodenmais mündet der Moosbach nach Überwindung von 575 Höhenmetern in den Rothbach, welcher später in den Schwarzen Regen fließt. Das Wasser reist über Regensburg in die Donau und weiter bis ins Schwarze Meer. Im Jahr 1965 wurde dieser Bereich entlang des Moosbaches zum Naturdenkmal durch das Landratsamt Regen erklärt. Das flächenhafte Naturdenkmal ist 2,82 Hektar groß und umfasst naturnahe Waldbereiche mit Schluchtwaldcharakter.

 

Wenn es richtig stark geregnet hat und feucht ist, kann es gut sein, dass ein schwarz-gelber Lurch Ihren Wanderweg kreuzt. Dann aufgepasst! Nicht nur weil der Feuersalamander leicht giftige Hautsekrete absondern kann, sondern weil er inzwischen „besonders geschützt“ ist. Zahlreiche Farne, Flechten und Moose besiedeln die feuchten Felsen. Im Unterwuchs wachsen Hochstauden wie Geisbart, Hasenlattich, Alpenmilchlattich und Sumpfpippau. Aber es finden sich auch seltene Arten wie der Rippenfarn (Blechnum spicant), der auch Kraftfarn genannt wird. Dieser zeichnet sich durch zwei unterschiedliche Formen der Farnwedel aus. Die sporenlosen Wedel, an der Unterseite glatt, werden 15 bis 50 Zentimeter lang. Sie überdauern den Winter oft wintergrün als am Boden liegende Rosette. Die sporentragenden Wedel entstehen meist im Zentrum der Rosette und besitzen sehr schmale, rippenähnliche Fiederblätter. Die Sporen sind auf der Unterseite braun und in Zweierreihen zu erkennen. Achten Sie mal bei Ihrer Wanderung auf diese Unterschiede.

 

Ein „Waldbad“ voller Ruhe und Stille

Wer aufmerksam durch die Wälder zum Hochfall streift, der wird neben einigen Ausblicken auch Ruhe und Stille fi nden. Der „Perspektiv-Wechsel-Weg“ der Pfarrei Bodenmais lädt als Meditationsweg dazu ein. So können Sie sich als Landart-Künstler mit Naturmaterialien ausprobieren oder eine neue Perspektive auf die Natur oder Ihr Umfeld einnehmen. Auf jeden Fall wird Ihnen der Wechsel zwischen dem rauschenden Moosbach und der Ruhe im Wald, wie auch das „Waldbad“ während Ihrer Wanderung guttun.

Gemütliche Wasserfall-Tour

Unser Wandertipp für den Frühling: Von Bodenmais zum Hochfall und wieder zurück

Start der Hochfall-Tour ist an der Tourist-Info in Bodenmais. Von hier wandern Sie die Bahnhofstraße aufwärts zu den JOSKA Glas Arkaden. Hier rechts in die Scharebenstraße einbiegen und dieser, vorbei am Hotel Natura, folgen (Markierung Rote 3). Nach kurzer Zeit beginnt der Wald. Kurz vor der Wasserreserve biegen Sie links ab und wandern ein Stück auf der Forststraße. Dann biegen Sie nochmals links in einen schmalen Wanderweg ein. Dieser verläuft leicht abwärts durch herrlichen Bergmischwald. Unterwegs lädt ein kleiner Aussichtsfelsen mit Bänken zu einer kurzen Rast ein. Im Anschluss wird ein Stück abwärts weitergewandert, bis der kurze, steile und steinige Anstieg dem Moosbach entlang zum Hochfall in Angriff genommen wird. Nun wird das Rauschen des Wassers immer lauter und Sie nähern sich Schritt für Schritt dem zweithöchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes. Angekommen am Hochfall ermöglicht eine Holzbrücke über dem Moosbach einen Blick auf den Wasserfall und die in die Tiefe stürzenden Wassermassen. Halten Sie einen Moment inne und genießen Sie das beeindruckende Naturschauspiel.

 

Zurück auf bequemen Wanderwegen

Danach wandern Sie ein paar Meter zurück und biegen links in einen schmalen, aufwärts verlaufenden Steig ein, der bis zu einer Teerstraße führt. Hier links der Beschilderung Rot 8 entlang der Teerstraße wandern. Nach knapp 800 Metern erneut links Richtung Riedlberg abzweigen. Für den Rückweg auf bequemen Wanderwegen immer der Roten 8 folgen bis kurz vor dem Ortsteil Mais. Dort links abzweigen und über Unterlohwies zurück nach Bodenmais wandern.

 

 

Fazit: Eine gemütliche Wanderung auf meist schattigen Wegen und Steigen durch schönen Bergmischwald mit dem einmaligen Naturschauspiel Hochfall als Highlight.

 

 

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