Klick mich!

Mit einem kraftvollen „Glück Auf“ begrüßt Bergwerksführer Stefan Bauer seine Gäste. Im Hintergrund läuft das bergmännische „Steigerlied“. Ausgerüstet mit einem gelben Helm geht es nun mitten hinein in das Bodenmaiser Wahrzeichen, den 955 Meter hohen Silberberg. Es ist frisch und feucht im Berg. „Ganzjährig herrschen im Bergwerk vier bis fünf Grad Celsius und eine Luftfeuchte von 98 Prozent“ weiß Stefan Bauer, dessen Opa noch selbst als Bergmann gearbeitet hat. Bei der Führung ins Innere des Silberbergs taucht man ein in die jahrhundertelange Bodenmaiser Bergbaugeschichte. „Bereits 1463 wurde der Bergbau in Bodenmais zum ersten Mal urkundlich erwähnt“, erklärt der Bergwerksführer. Geologisch ist der Silberberg ein Wunderberg. Über 60 Erze und Mineralien sind tief in seinem Innern zu finden, darunter Kupfer, Silber, Gold, Platin, Graphit oder Schwefel. Aus einer Tonne Erz gewannen die Bergleute sieben bis zehn Gramm Silber und ein bis zwei Gramm Gold. „Auch heute befindet sich im Berg noch Gold und Silber, allerdings lohnt sich der Abbau nicht mehr“, erklärt Bauer.

 

Insgesamt 20 Kilometer an Stollen schlängeln sich durch den Silberberg, bis zu 250 Meter unterhalb des Gipfels reichen sie in die Tiefe. Der Hauptstollen, der Barbarastollen, ist 600 Meter lang. Durch ihn führt Stefan Bauer seine Gäste hinein in den Berg. Auf dem Weg sind historische, über 100 Jahre alte Maschinen und sogar ein kleiner See, dessen Wasser als Kühlwasser diente, zu bestaunen. Besonders imposant ist der alte Kompressor aus dem Jahr 1910. Allein für ihn wurde im Rißloch ein Wasserkraftwerk gebaut, das die notwendige Elektrizität lieferte. Bis zu 40 Bohrer konnten die Bergleute mit dem Kompressor betreiben – eine große Erleichterung für die tägliche Arbeit. Zuvor wurde über Jahrhunderte das Erz mit Feuerlegen sowie Hammer und Meißel aus dem Berg geschlagen.

 

Dunkle Schächte und Stollen Die Arbeit im Berg war dennoch knochenhart, staubig und ohrenbetäubend laut. „Nach nur wenigen Minuten bohren sahen die Bergmänner die Hand vor Augen nicht mehr. Sie litten an einer Staublunge und viele waren nahezu taub“, erzählt Bergwerksführer Bauer. Die Lebenserwartung betrug nur etwa 55 Jahre. Zu tödlichen Unfällen ist es im Silberbergwerk aber nur selten gekommen. „In der 700-jährigen Bergbaugeschichte gab es nur drei Unfalltote zu beklagen“, weiß er. Neun-Stunden-Schichten mussten die Bergleute schieben, an sechs Tagen in der Woche. Doch die Arbeit wurde gut bezahlt. „Der Verdienst war rund doppelt so hoch wie in der Land- oder Forstwirtschaft“, erklärt der Bodenmaiser.

 

Stefan Bauer führt die Besucher weiter in den großen Barbaraverhau, eine gewaltige Höhlung, die bis zu 25 Meter hoch ist. „Der Barbarverhau wurde noch mit Hammer und Meißel in den Berg geschlagen. Das allein dauerte rund 130 Jahre“, erzählt er. Die Führung geht weiter, links und rechts zweigen immer wieder dunkle Schächte und Stollen ab. Auch ein Bremsberg ist zu bestaunen, mit dem dank der Schwerkraft der sogenannte Hunt, also der Erzwagen, hinauf- und hinabbewegt werden konnte. Dann wird es richtig laut. Bergwerksführer Bauer demonstriert die Arbeit mit dem Bohrhammer. Schon nach wenigen Sekunden ist der Lärm unangenehm. Diesen einen ganzen Tag lang aushalten? Unvorstellbar. Nach 45 Minuten ist die Reise durch die Bodenmaiser Bergbaugeschichte vorbei. Mit einem kraftvollen „Glück Auf“ verabschiedet sich Stefan Bauer von seinen Gästen.

 

 

Der Silberberg
Die Bergwerksführung findet bei jeder Witterung statt und ist auch mit Kinderwagen und Rollstuhl möglich.Eine warme Jacke wird empfohlen. Gäste mit der aktivCARD Bayerischer Wald erhalten täglich kostenfreien Eintritt! Preise, Öffnungszeiten und weitere Informationen zu den Führungen oder zum Silberberg allgemein gibt es »hier oder per Mail

 

Kontaktiere uns bei Fragen auch gerne persönlich

telefonisch 09924 778 135

oder per Mail

 

 

UNTERKUNFT SUCHEN & BUCHEN