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SO GESUND

ist Wandern

 

 

Winterwandern und allgemein Wandern in Bodenmais im Bayerischen Wald an der frischen Luft ist nicht nur wunderschön, sondern auch äußerst gesund. Man kann Durchatmen, die Natur spüren, die Aussicht genießen. In den Interviews mit zwei Experten erklären wir dir warum.

 

 

Wandern ist ein Wundermittel

Im Interview erklärt der Orthopäde Dr. Stephan Deckelmann, welche positiven Effekte das Winterwandern auf unsere Gesundheit hat und was es dabei zu beachten gibt.

 

Lieber Herr Dr. Deckelmann, wie wirkt sich Winterwandern im Bayerischen Wald rund um Bodenmais auf unsere Gesundheit aus? Dr. Stephan Deckelmann: „Wandern ist allgemein ein Wundermittel: es ist gesund, macht fit und hält jung. Als Ausdauertraining bei niedriger Intensität hat es einen positiven Einfluss auf Fettstoffwechsel und Immunsystem. Es stärkt Herz, Kreislauf, Atmung, Muskeln sowie Stürzgerüst und senkt dadurch nachgewiesenermaßen das Risiko von Herzinfarkt, Diabetes und Krebs. Die Verbesserung der neuromuskulären Koordination steigert gerade bei Älteren die Sicherheit im Alltag durch Verringerung einer möglichen Sturzgefahr. Im Winter verbringen die Menschen viel Zeit drinnen bei trockener Heizungsluft. Speziell dann ist es wichtig, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen.

„Der Bayerische Wald ist besonders heilsam“

 

Winterwandern im Bayerischen Wald ist hierbei besonders heilsam: Zum einen kurbelt die Bewegung in der Kälte das Immunsystem an, zum anderen ergeben sich positive Effekte durch das „Waldbaden“. Bei diesem Gesundheitstrend konnten Studien zeigen, dass durch die Bewegung im Wald bei schadstoffarmer, sauerstoffreicher Luft, in der Stille, und aufgrund besonderer Duftstoffe der Natur, bereits nach einem einzigen Waldspaziergang vermehrt Killerzellen des Immunsystems gebildet wurden. Diese Abwehrzellen sind dazu da, von Krankheitserregern befallene Körperzellen oder Krebszellen zu eliminieren.

 

Hat die Bewegung an der frischen,kalten Luft auch einen positiven Effekt auf unsere Psyche – insbesondere in Zeiten der Corona-Beschränkungen? Dr. Stephan Deckelmann: „Auch die Psyche profitiert ganz klar hiervon: es werden vermehrt Wohlfühlhormone wie Dopamin, Serotonin oder Melatonin gebildet, welche zu einer Stressreduktion und Prävention gegebenenfalls sogar zur Therapie einer Depression führen. So kann ein Winterblues vor allem in Zeiten des Corona-Lockdowns gezielt vermieden werden.“

 

Wie oft und wie lange sollte man draußen in der winterlichen Natur unterwegs sein, damit das Immunsystem nachhaltig gestärkt wird? Dr. Stephan Deckelmann: „Besonders sinnvoll ist eine Regelmäßigkeit, also mehrfach die Woche, gerne täglich! Je nach Trainingszustand und Sportlichkeit können die einzelnen Einheiten hierbei von halbstündigen Spaziergängen bis zu mehrstündigen Schneeschuhwanderungen reichen. Ideal sind mindestens drei bis vier Stunden pro Woche. Zum Ausbau der Abwehrkräfte geht es weniger darum, sich bis an die Leistungsgrenze zu verausgaben, als ausdauernd moderat zu belasten. Grundregel: Es sollte Spaß machen!“

Wandern befördert unser Glück

Im Gespräch erklärt der Philosoph Dr. Albert Kitzler, wie uns die Bewegung in der Natur glücklich macht, warum das so ist und weshalb der Weg wichtiger ist als das Ziel.

 

Lieber Herr Dr. Kitzler, warum macht Wandern glücklich? Dr. Albert Kitzler: „Glücklich machen im Sinne eines dauerhaften Gefühls der Zufriedenheit mit sich und seinem Leben kann das Wandern allein nicht. Es kann aber unser Glück befördern und den Boden dafür bereiten, dass wir mit uns selbst ins Reine kommen und mehr Freude am Leben haben. Dazu tragen viele Aspekte des Wanderns bei: Das intensive Erlebnis der Natur mit all unseren Sinnen bringt uns zurück zu unserem eigenen naturhaften Ursprung. In einer kosmischen Perspektive erleben wir uns als Teil der Natur. Der Abstand vom Alltag lässt die täglichen Sorgen vergessen. Wir treten aus dem Hamsterrad heraus. Die Weite, Frische und scheinbare Endlosigkeit der Landschaft öffnet unseren geistig-spirituellen Horizont. Wir kommen auf neue Gedanken. Wir reflektieren unser Leben. Die Stille, Ruhe und Unberührtheit der Natur führen uns zurück zu uns selbst und in unsere Mitte. Wir erleben uns selbst neu. Wir werden innerlich ruhig und ausgeglichen und spüren die Geborgenheit im eigenen Innern. Gefördert werden diese mentalen Erlebnisse durch den Rhythmus und die meditative Gleichförmigkeit unserer Schritte und den Ausstoß von Glücksbotenstoffen infolge der intensiven körperlichen Bewegung. Körperlich und mental ist Wandern ein Gesundbrunnen. Glück aber hat viel mit mentaler Gesundheit zu tun.“

„Das Wesentliche wird bedeutsam“

 

Welche Rolle spielen dabei der Weg, die Landschaft und das Ziel? Dr. Albert Kitzler: „Sie schaffen einen idealen Raum der Selbstfindung und Selbstvergewisserung. Weite, Schönheit, faszinierende Panoramen, Unberührtheit der Natur, Harmonie und natürliche Ausgeglichenheit, Gerüche, Lichteff ekte, die Stille und das Flüstern der Natur – all das fördert, dass wir zu uns selbst zurückfi nden, zu den Wurzeln unserer Existenz, in unsere Mitte. Das Wesentliche wird wieder bedeutsam, das Unwesentliche tritt in den Hintergrund. Das gesteckte Tagesziel ist weniger wichtig. Es dient lediglich als Orientierung, Ansporn und als ein besonders schöner Aussichtspunkt. Aber der Weg und das Wandern selbst ist das eigentliche Ziel. Es ist ein Art Meditation, die uns wieder zu uns selbst führt.“

 

Gipfel gehören traditionell zu den beliebtesten Wanderzielen. Machen sie glücklicher als Täler? Dr. Albert Kitzler: „Unberührte Natur ist überall schön und gibt stets Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und Glück zu erleben. Es kommt auf die innere Arbeit, die aufrichtige Selbstbesinnung an und die Bereitschaft und Offenheit, sich von dem Naturerlebnis anrühren zu lassen. Bei einer Gipfelbesteigung kommt die besondere Anstrengung, das beglückende Gefühl des Erreichens und häufi g eine fantastische Aussicht hinzu. Aber wichtig ist nicht, den Gipfel zu erreichen, sondern in seine Mitte zu kommen. Das kann man auch bei einer Uferwanderung in einem schönen Tal oder bei einem langen, einsamen Waldspaziergang.“

 

Drei der beliebtesten Wanderziele bei uns im Bayerischen Wald sind die Rißlochwasserfälle sowie der Große und der Kleine Arbersee. Welche Rolle spielt denn das Element Wasser beim Wanderglück? Dr. Albert Kitzler: „Wasser ist wie der Berg ein Urelement der Natur. Das intensive Erleben der Erhabenheit, Größe und Mächtigkeit dieser Elemente konfrontiert uns in unserer Begrenztheit und Endlichkeit mit der Ewigkeit, macht uns demütig und dankbar, milde und verständnisvoll für uns selbst, unsere Mitmenschen und alles Lebendige. Deshalb geht vom Wasser dieselbe wohltuende Wirkung auf unser Gemüt aus wie von Bergen oder einer schönen Landschaft.“

 

 

„Sich freuen, dass man so etwas erleben darf"

 

Haben Sie einen persönlichen Tipp für besonders beglückende Wandererlebnisse? Dr. Albert Kitzler: „Alleine wandern und dann an einer einsamen und ruhigen Stelle, ein paar Meter abseits vom Weg, mit einem herrlichen Blick auf eine unendliche Weite, in müßiger Stille vespern mit einem Schluck gutem Wein und sich darüber freuen, dass man so etwas erleben darf. Das ist meine heilige Messe. Das ersetzt mir jedes Sternerestaurant."

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